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Have a n’iceDate!

Auch beim Eis-Essen müssen Genuss und bewusste Ernährung kein Widerspruch sein. Dafür sorgt iceDate, Deutschlands erste vegane Bio-Eismanufaktur in München – in unmittelbarer Nachbarschaft zur Ludwig-Maximilians-Universität München. Dort gibt es Eis ausschließlich aus rein pflanzlichen Zutaten und hergestellt mit konsequentem Ökostrom von Greenpeace Energy.

Ein Urlaubserlebnis auf einem Bio-Bauernhof in der Schweiz vor rund zehn Jahren ließ Gunther Nann vom langjährigen Vegetarier zum Veganer werden. Bis zu diesem Zeitpunkt war Nann bereits seit 15 Jahren Vegetarier und der Meinung, dass es völlig in Ordnung sei, Milch und Milchprodukte zu essen. Kühe geben ja sowieso Milch und sonst geschieht ihnen ja nichts, dachte sich Nann. Eine sehr naive Vorstellung, wie er im Nachhinein für sich selber feststellen musste. Doch mit der Umstellung auf eine rein pflanzliche Ernährung tauchte für den passionierten Eisliebhaber plötzlich ein neues Problem auf: Schon immer hatte er gerne Eis gegessen, nur wurde das Angebot nun schlagartig sehr dünn.

Was also tun, wenn es keine zufriedenstellenden Alternativen gibt? Man tüftelt sie selber aus. Wir sprachen mit dem Gründer und Geschäftsführer Gunther Nann über gutes Eis, guten Strom und was Eis mit der Energiewende zu tun hat.

Gunther Nann, Gründer und Geschäftsführer von iceDate.

Veganes Eis – wie kamen Sie auf die Idee und was hat Sie dazu bewogen, Ihre eigene Manufaktur zu gründen?

Nann: Ich habe die Rezepte für mein Eis schon vor rund acht Jahren erfunden. Ich war damals schon vegan und es gab kein Eis zu kaufen, das meinen Ansprüchen genügt hätte: bio, vegan, ohne Zuckerzusatz, ohne Zusatzstoffe. Also habe ich schlicht mein eigenes Eis kreiert. Das habe ich dann mehrere Jahre lang für mich hergestellt und gelegentlich mal zu Freunden mitgebracht. Das Feedback war immer: Das Eis ist gigantisch, da musst Du was draus machen…..irgendwann habe ich es dann gemacht.

Was spricht denn gegen das „gute alte Milcheis“?

Nann: Ich halte es für nicht gesund. Es fängt bei der Milch an, die meines Erachtens nicht für Erwachsene gedacht ist, schon gar nicht die Milch einer anderen Spezies. Normales Milcheis enthält Zucker, der wiederum nur aus leeren Kalorien besteht. Zucker trägt also nicht zu einer gesunden Nahrung bei, weil schlicht die Nährstoffe – Vitamine und Mineralien – fehlen. Bei der Dattel ist das anders. Sie ist vollgepackt mit Vitaminen und Mineralien. Es gibt noch heute Wüstenvölker, die sich von Datteln ernähren. Wenn man Genuss mit gesunder Ernährung kombinieren kann, man also ein Eis herstellen kann, das unglaublich lecker schmeckt und gleichzeitig aus echten Nahrungsmitteln und nicht irgendwelchen Pulvern in Form von Zusatzstoffen besteht – warum sollte man das nicht tun?

Ihr Eis ist biozertifiziert, bei der Herstellung verzichten Sie auf Stabilisatoren, Emulgatoren, Süßstoffe, Aromen, Zucker, Farbstoffe etc. Was steckt denn dafür drin?

Nann: Nur Früchte und Nüsse, in manchen Fällen auch Samen oder Blüten. Von den Zutaten her ist iceDate also ein gefrorener Obstsalat mit ein paar Nüssen oben drauf. Ich esse es darum sehr oft auch als Hauptmahlzeit. Die Zutaten am Beispiel Himbeereis: Cashewcreme, die wir selbst aus Cashews zusammen mit Wasser herstellen, jede Menge Himbeeren und Datteln zum Süssen. Sonst nichts.

Und wie wird ein Eis ohne den Zusatz von Zucker oder Süßstoffen süß?

Nann: Durch Datteln. Daher übrigens unser Name iceDate. Date ist englisch für Datteln, aber man kann natürlich auch bei oder mit iceDate eine Verabredung haben.

Seit 2014 betreiben Sie nun schon Ihre eigene Manufaktur und Ihre eigene Eisdiele. Von Beginn an beziehen Sie dort Ökostrom von Greenpeace Energy. Warum haben Sie sich so entschieden?

Nann: Ich bin privat schon Greenpeace Energy-Kunde der ersten Stunde. Mir ist es sehr wichtig, den Strom von einem unabhängigen Stromversorger zu beziehen, denn bei den Stromversorgern, die direkt oder indirekt auch mit Kohle oder Atom verbandelt sind, unterstützt man halt auch mit dem Kauf von Ökostrom die ganze Firma. Ausserdem arbeiten diese Firmen meist mit RECS-Zertifikaten, was ich offen gesagt für legalisierten Betrug halte. Seit einigen Wochen beziehen wir übrigens Solarstrom plus von Greenpeace Energy, das heißt also, dass unser Eis nun mit 10% Solarstrom und 90% Wind- und Wasserstrom hergestellt wird. Den Solaranteil möchten wir in Zukunft noch deutlich erhöhen, indem wir in den nächsten Jahren in neue Produktionshallen mit Solaranlage auf dem Dach umziehen.

Für den Transport von Ihrer Manufaktur zur Eisdiele verwenden Sie darüber hinaus Ihr eigenes E-Lastenrad – ebenfalls betrieben mit Ökostrom. Von der Herstellung bis zum Verkauf fallen somit kaum CO2-Emissionen an. Entstehen Ihnen bei so viel Konsequenz nicht auch manchmal Nachteile?

Nann: Naja, es kommt schon mal vor, dass der Reifen bei unserem Lastenrad platzt, wenn wir mal ganz besonders viel geladen haben. Aber dann flicken wir ihn halt und dann geht es wieder weiter. Mittlerweile sind die Mengen aber so gross geworden, dass wir zusätzlich zum Lastenrad auch noch ein Elektroauto haben. Wir sind in München also mit beidem unterwegs.

Stichwort Energiewende: Wie, glauben Sie, können wir die Energiewende in Deutschland schaffen? Was kann jeder einzelne Ihrer Meinung nach für das Gelingen tun?

Nann: Eigentlich unglaublich einfach: Nur noch erneuerbaren Strom beziehen.
Wenn keiner mehr Strom aus Kohle und Atom kauft, dann werden die Anlagen abgeschaltet und stattdessen immer mehr Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie gebaut. Wenn man sich darüber hinaus noch eine Solaranlage aufs Dach montieren kann, ist das umso besser.

INFO Sie sind auf den Geschmack gekommen? Dann besuchen Sie iceDate in München. Die Adresse und die Öffnungszeiten finden Sie auf der Webseite der Manufaktur.

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