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Punktsieg für simon – Technischer K.O. für Westnetz

Diese Runde ging an die Mini-Solarkraftwerk-Rebellen: Im Verfahren einer simon-Kundin gegen die Westnetz bei der Bundesnetzagentur musste Deutschlands größter Verteilnetzbetreiber zugeben, dass er über keine rechtliche Handhabe gegen den Anschluss des smarten PV-Moduls für den Balkon an das Hausnetz der Kundin verfüge. „Der Anschluss und der Betrieb einer Eigenanlage Photovoltaiksystem ‚simon'“ sei „möglich“, gestand die Netztochter von „innogy“ (früher RWE) ein. Greenpeace Energy hatte seine Ökostrom-Kundin aus Nordrhein-Westfalen in dem Verfahren unterstützt. Alleine dies ist ein schöner Erfolg für den Einsatz von Mini-PV-Anlagen. Doch es kommt noch besser!

Die Westnetz hatte unsere Kundin mit einem Schreiben im Juli massiv unter Druck gesetzt und wider besseren Wissens alle möglichen Gefahren durch den Anschluss eines simon heraufbeschworen. Nun räumte sie kleinlaut ein: „Nach eingehender Prüfung der … vorgelegten Unterlagen (teilen wir mit), dass wir … an unserer Einschätzung aus dem Schreiben … nicht weiter festhalten.“

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Noch wichtiger aus Sicht aller Mini-PV-Unterstützer: Der Dortmunder Netzriese musste ein weiteres zentrales Eingeständnis machen. In ihrer schriftlichen Stellungnahme bestätigt die Westnetz (4,6 Millionen private Anschlussnehmer)  in leicht fehlerhafter Syntax, was wir und unser österreichischer Partner simon.energy schon von Anfang deutlich gemacht hatten: „… ausweislich der angefügten Dokumente (der Gutachten von Greenpeace Energy und simon.energy; die Redaktion) sind im Fall der Inbetriebnahme der verfahrensgegenständlichen Erzeugungsanlage ‚simon‘ für den Netzanschluss der Antragstellerin schädliche oder störende Rückwirkung auf unser Elektrizitätsversorgungsnetz nicht erkennbar“.

Zwar kaschiert Westnetz das Eingeständnis seiner Niederlage noch mit allerlei Paragraphen-Girlanden, doch Fakt ist: Mini-Solarkraftwerke wie der simon gefährden – anders als von Netzbetreibern zuvor behauptet – die Sicherheit des Stromnetzes nicht. Unsere Kundin kann ihren simon mit 150 Watt Spitzenleistung nun in die Steckdose stecken und soviel Strom ernten, wie die herbstlichen Witterungsbedingungen es zulassen.

Ähnlich wie die Westnetz haben in der Vergangenheit auch diverse andere Netzbetreiber in Deutschland argumentiert und eine knallharte Verunsicherungstaktik gegenüber ihren Kunden praktiziert. Nicht zuletzt die Stromnetz Hamburg, die auch uns von Greenpeace Energy den Anschluss unseres eigenen simon untersagen will. Dagegen haben wir über die Anwaltskanzlei von Bredow Valentin Herz nun vor dem Landgericht Hamburg offiziell Klage eingereicht. Über den Fortgang des Verfahrens werden wir auch in diesem Blog weiter berichten.

Parallel dazu engagiert sich Greenpeace Energy mit anderen Solar-Akteuren  intensiv dafür, veraltete Normen zum Einsatz von Mini-Solarkraftwerken an den aktuellen technischen Stand moderner Module anzupassen. Am kommenden Montag zum Beispiel beteiligen wir uns an einer Debatte mit den Normgremien VDE und DKE, welche Kriterien für den sicheren Betrieb kleiner Stecker-PV-Anlagen sinnvoll und notwendig sind. Dazu haben wir ein Posititionspapier mit unseren Argumenten vorbereitet (mehr im Infokasten unten).

Die Zeichen für eine Einigung sind positiv. Zumal auch ein ganz neues Gutachten des Fraunhofer ISE Instituts deutlich macht, dass simon & Co. im Rahmen einer Bagatellgrenze ohne Gefahren zu betreiben sind. So wie wir es sagen, seit wir im Mai letzten Jahres das innovative Mini-Solar-Modul simon unseren Kundinnen und Kunden vorgestellt haben, das daraufhin auch viele Fans in Deutschland gefunden hat.

 

Das Positionspapier der Pro-Solar-Aktivisten zur aktuellen Normendebatte mit allen Argumenten, warum der Einsatz von Mini-Solarkraftwerken sicher ist, finden Sie hier: www.pvplug.de/positionspapier/

Weitere Informationen zum simon, der gerade erst den Österreichischen Klimaschutzpreis gewonnen hat (siehe Blogeintrag von Mittwoch), gibt es bei unseren Partnern in Österreich: simon.energy

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