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Anti-Braunkohle-Protest: Die Zukunft ist erneuerbar

Das Abbaggern ihrer Dörfer werden sie um keinen Preis hinnehmen. Und so marschierten gut achthundert Menschen aus der Lausitz schon zum 10. Mal am ersten Sonntag des Jahres gegen Braunkohletagebaue, in deren Gruben ihre Heimat verschwinden soll. Dabei auch Teilnehmer von Greenpeace Energy und Greenpeace-Freiwillige aus Berlin und Brandenburg.

Spätestens seit dem Weltklimaabkommen von Paris von Ende 2015 steht fest: Deutschland muss die Braunkohleverstromung zügig beenden, sonst kann es die Klimaziele nicht ereichen, zu denen es sich völkerrechtlich verbindlich verpflichtet hat. Entsprechend müssten der Ausstieg aus der Braunkohle und der Strukturwandel in den drei deutschen Tagebauregionen Lausitz, Mitteldeutsches Revier (Sachsen und Sachsen-Anhalt) und Rheinisches Reiver eigentlich bis 2030 abgeschlossen sein. Doch Konzerne und Landesregierungen spielen auf Zeit, und vor allem Brandenburg hält daran fest, sogar noch neue Tagebaue öffnen zu lassen. Der zwischen Eisenhüttenstadt und Cottbus nahe der polnischen Grenze geplanten Grube Jänschwalde-Nord zum Beispiel würden die Dörfer Kerkwitz, Grabko und Atterwasch zum Opfer fallen – von hier starteten in diesem Jahr auch die drei Protestzüge des Sternmarschs.

Die Zukunft ist erneuerbare - auch in der Lausitz / © Greenpeace Energy
Sternmarsch gegen Braunkohle bei Kerkwitz: Die Zukunft ist erneuerbar  / © Michael Friedrich, Greenpeace Energy

Klar ist, dass die Braunkohleregionen Alternativen brauchen, zukunftsfähige Arbeitsplätze, zum Beispiel durch den Ausbau  der erneuerbaren Energien. So wie es die Umweltschutzorganisation Greenpeace und Greenpeace Energy im Oktober 2015 vorgeschlagen hatten. Damals hatte Greenpeace Nordic ein Übernahmeangebot für die Braunkohlesparte des schwedischen Konzerns Vattenfall in der Lausitz vorgelegt. „Durch die Nutzung der Abbauflächen für Windenergie- und Photovoltaikanlagen ließen sich 1000 bis 1500 Vollzeitarbeitsplätze in der Region schaffen“, hatte Greenpeace Energy-Vorstand Nils Müller bei der Vorstellung des Konzeptes vorgerechnet. Das Angebot wurde abgelehnt. Stattdessen erhielt der umstrittene tschechische EPH-Konzern den Zuschlag – und Milliardengeschenke dazu, ohne einen Plan für die Zukunft zu haben. Gegen den klimaschädlichen und Dörfer fressenden Tagebau werden sich nicht nur viele Menschen in der Lausitz wehren, sondern auch Greenpeace und Greenpeace Energy sich weiter engagieren.

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