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…Planet energy, die Kraftwerkstochter von Greenpeace Energy?

Von der Projektidee bis zum fertigen Kraftwerk: Planet energy plant, baut und betreibt seit 2001 eigene Wind- und Solarparks. Die Bandbreite der Aufgaben ist groß, das Tochterunternehmen sorgt auch für eine sichere und breit gestreute Finanzierung der Neubauvorhaben. Drei der 14 Mitarbeiter bei Planet energy erzählen, was dabei alles zu beachten ist.

Frage: Vor wenigen Monaten erst hat Planet energy den Windpark Tomerdingen in Baden-Württemberg fertiggestellt. Wie aufwändig ist denn die Planung für solch ein Projekt im Vorfeld?

Linda: Zunächst gibt es da die Regional- und Flächennutzungspläne, die man gemeinsam mit den Planern und der jeweiligen Gemeinde abstimmen muss. Außerdem müssen wir Gutachten über die Windverhältnisse einholen, mögliche Turbulenzen durch die geplanten Windräder untersuchen und ökologische Ausgleichsflächen einplanen. Und auch die Windenergieanlagen entwickeln sich technisch ständig weiter, werden immer effizienter – auch das behalten wir bei der Planung im Blick. Also: Es sind viele Details, die bis zur Realisierung immer wieder angepasst und überprüft werden müssen. Ganz wichtig sind im Vorfeld auch Vogelgutachten, also die Frage: Brüten Vögel wie der Rotmilan in der Nähe der Windräder? Das kann ein K.-o.-Kriterium für einen Windpark-Standort sein.

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Drei von 14 Mitarbeitern bei Planet energy: Alexander Street (Fondscontrolling), Linda Lochmann (Projektingenieurin) und Mark Voß (Anlegerservice). Foto: Enver Hirsch/Greenpeace Energy eG

Alexander: All diese Fragen klären wir schon im Vorfeld, damit die Projekte auf sicheren Beinen stehen, bevor wir unsere Anleger mit einbeziehen. Unsere Philosophie ist dabei, dass alle Genehmigungen bereits vorliegen, wenn wir ein Genussrecht auflegen – denn wir wollen ja möglichst sichere Kapitalanlagen anbieten.

Frage: Die Windparks von Planet energy werden über so genannte „Genussrechte“ finanziert. Wie funktioniert das konkret?

Mark: Bei uns gibt es zwei Arten von Vermögensanlagen – und beide Varianten haben wir im vergangenen Jahr erfolgreich platziert: Mit der Anlage „Genussrechte IV“ konnten wir frisches Eigenkapital für die Planet energy GmbH einsammeln, um bei Bauprojekten – gemeinsam mit den Banken – in Vorleistung zu gehen. Und in der ebenfalls 2013 auf den Markt gebrachten Vermögensanlage „Saubere Kraftwerke 4“ haben wir die beiden Windpark-Projekte Buchhain II und Tomerdingen gebündelt und endfinanziert. Wir ermöglichen eine Beteiligung schon ab 1.000 Euro, damit möglichst viele Kleinanleger zum Zuge kommen können. Und tatsächlich war der Zuspruch der Anleger sehr gut – trotz der anhaltenden Debatten um das EEG und seine Reformierung.

Frage: Insgesamt haben sich bisher rund 5.000 Anleger an Genussrechten von Planet energy beteiligt – und die von euch ausgegebenen Vermögensanlagen werden regelmäßig von unabhängigen Instituten ausgezeichnet. Was unterscheidet euch von anderen Anbietern?

Alexander: Vor allem, dass bei uns Transparenz ganz groß geschrieben wird. Bei unseren Vermögensanlagen „Saubere Kraftwerke“ weiß der Anleger genau: Sein Geld steckt zum Beispiel in ganz konkreten Windparks. Deshalb überprüfen wir bestehende Kraftwerke auch laufend auf ihre Wirtschaftlichkeit.

Frage: Aktuell vertreibt Planet energy ja keine neuen Vermögensanlagen, dennoch entwickelt ihr diese kontinuierlich weiter. Welche Faktoren stehen dabei im Vordergrund?

Mark: Wir wollen weiterhin vielen Anlegern – auch möglichst vielen Kleinanlegern – die Möglichkeit bieten, an konkreten Windparkprojekten teilzuhaben, damit diese aktiv die Energiewende unterstützen können. Für die Zukunft kann man sagen, dass wir eng mit Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern zusammenarbeiten, um die Qualität unserer Vermögensanlagen noch weiter zu steigern.

(Dieser Artikel erschien in der Druckausgabe der energy.aktuell im Mai 2014.)

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