Mimi Sewalski: „Der Wechsel zu euch hat vier Minuten gedauert“

15-Logo_hoch_posGreenpeace Energy wird 15 Jahre alt, im Herbst 1999 wurde das Unternehmen gegründet. Das Jubiläum ist ein Meilenstein, den wir entsprechend würdigen wollen – indem wir wichtige Weggefährten, Mitglieder und Kunden zu Wort kommen lassen. Mimi Sewalski bezieht als Privatkundin seit September 2014 Ökostrom Greenpeace Energy. Der Avocado Store, ein Online-Marktplatz für nachhaltige Produkte, bei dem die 34-jährige als Geschäftsführerin arbeitet, ist schon etwas länger dabei und im Oktober 2012 zu Greenpeace Energy gewechselt.

Frage: Weißt du noch, wie ihr beim Avocado Store auf Greenpeace Energy aufmerksam geworden seid?

Sewalski: Ich kann mich erinnern, dass wir eine Kundenfrage zu einem Produkt mit Solarzelle hatten und so auf das Thema erneuerbare Energien gekommen sind. Wir haben dann bei euch angerufen und eine kompetente Antwort bekommen, so fing es an.

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Mimi Sewalski. Foto: privat

Frage: Und was war letztendlich der ausschlaggebende Grund für euch, zu Strom von Greenpeace Energy zu wechseln?

Sewalski: Das war ein bisschen später. Als Start-up ist man natürlich wahnsinnig beschäftigt mit der Gründung, und da ist die Stromfrage am Anfang nicht so wahnsinnig bedeutend. Außerdem waren wir zu diesem Zeitpunkt noch Untermieter und hatten nicht wirklich viel Entscheidungsgewalt. Dann sind wir aber umgezogen in ein anderes Büro, und für uns war eigentlich relativ schnell klar, dass wir auch mit der Wahl unseres Stromanbieters deutlich machen wollen, dass wir ein nachhaltiges Unternehmen sind.

Frage: Auch privat bist du ja mittlerweile Kundin bei uns, hier hat es aber ja etwas länger gedauert mit dem Wechsel – woran hat’s gelegen?

Sewalski: Der Hauptgrund war tatsächlich, dass ich dachte, so ein Wechsel ist mega-aufwendig. Für mich war wichtig, in meiner Wohnung Ökostrom zu bekommen, und deshalb habe ich einfach den Vertrag von meiner Vormieterin übernommen. Und dann dachte ich, ja gut, den Wechsel zu Greenpeace Energy, das mache ich mal, wenn ich Zeit habe. Aber natürlich war dann einfach wenig Zeit, und schließlich verläuft sich das Thema. Jetzt, nachdem ich gewechselt habe, bin ich echt überrascht. Das hat vier Minuten gedauert. Ich hab auf’s Display geguckt, 4 Minuten und 23 Sekunden. Das wusste ich nicht, ich dachte, das ist alles viel komplizierter.

Frage: Du beschäftigst dich beruflich viel mit dem Thema Nachhaltigkeit. Aber was bedeutet das eigentlich, nachhaltig zu leben?

Sewalski: Nachhaltigkeit ist ja ein wahnsinnig schwammiger Begriff. Ich versuche, dieses Schwammige für mich selbst so aufzulösen, dass ich mir bei jedem Konsumwunsch zwei Fragen stelle. Frage 1: Brauche ich das wirklich? Und Frage 2: Gibt es eine Alternative, die anderen Menschen, der Umwelt und mir weniger schadet? Und wenn man sich diese beiden Fragen stellt, hat man relativ schnell einen Mechanismus, der ganz schön viel verändert beim eigenen Konsum. Das ist für mich Nachhaltigkeit.

Frage: Das heißt, für dich ist ein nachhaltiges Leben nicht auch automatisch mit Einschränkungen verbunden?

Sewalski: Nein, ich glaube, dass das vor 10, 15 Jahren vielleicht noch eher so war. Da haben die Leute bei Öko oder Nachhaltigkeit sofort an Wollpullis oder Müsli gedacht. Inzwischen hat sich auf diesem Gebiet so viel getan, gerade auch in der Mode. Preislich ist die Differenz nicht mehr so groß, das gleicht sich immer mehr an, und man kriegt eine bessere Qualität. Ich komme aus dem Modebereich und finde, dass die Sachen vom Stil und der Qualität teilweise sogar besser als herkömmliche Produkte sind. Sie machen vielleicht nicht jeden Trend mit, aber das muss man ja auch nicht.

Frage: Was unterscheidet Greenpeace Energy von anderen Energieversorgern?

Man merkt, dass es euch um mehr geht als nur darum, Strom zu verkaufen.“ Mimi Sewalski

Sewalski: Es kommt rüber, dass ihr euch auch um andere Sachen kümmert. Das liegt natürlich einmal an Greenpeace, denn man hat immer Greenpeace im Kopf, wenn man an Greenpeace Energy denkt. Aber man kriegt auch mit, was ihr für Aktionen macht, erhält Infos von euch, kann jederzeit anrufen und mit jemandem reden. Außerdem merkt man schnell, dass es euch um mehr geht als nur darum, Strom zu verkaufen. Das ist etwas, was mich einfach überzeugt hat.

Frage: Warum macht es auch heute noch, hier bei uns im Energiewendeland Deutschland, Sinn, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln?

Sewalski: Auf jeden Fall. Ich glaube ja, dass der erhobene Zeigefinger nichts bringt. Zu sagen, du musst jetzt Ökostrom beziehen, funktioniert nicht. Aber eigentlich weiß jeder, dass wir nicht mehr so weitermachen können wie bisher. Trotzdem werden wir nicht alle zu Veganern, die Ökostrom haben, nur noch Elektroroller fahren, Biogemüse essen und das auch noch selbst anbauen. Das ist nicht realistisch, auch wenn es natürlich schön wäre. Deswegen glaube ich, dass jeder für sich selbst überlegen muss, was ist der Schritt, den ich tun kann. Und da ist der Wechsel zu Ökostrom etwas – das habe ich ja jetzt auch selbst mitbekommen –, das einfach nicht wehtut. Klar, es ist ein bisschen teurer, das ist es mir dann auch wert. Aber es tut nicht weh und ist ratzfatz erledigt. Vielleicht ist dann der nächste Schritt, eine Hose aus Bio-Baumwolle zu kaufen, und vielleicht ist der übernächste Schritt, weniger Fleisch zu essen. Für mich ist das alles ein Prozess, und wenn der erste Schritt, um mit diesem Prozess zu starten, der Umstieg auf Ökostrom ist, dann ist das doch super, denn man bewegt ganz viel damit.

Frage: Gibt es etwas, das du dir von Greenpeace Energy für die nächsten Jahre wünscht?

Sewalski: Ja, finde ich auch ganz cool, dass ich das gefragt werde (lacht). Ich finde, dass ihr ganz schön Einfluss habt auf Leute, einfach weil euch viele Leute zuhören. Das könnte man mehr nutzen. Zum Beispiel bekomme ich über den Avocado Store mit, dass viele Kunden sich überlegen: Was mache ich mit kaputten Elektrogeräten? Was kann ich machen, um Strom zu sparen? Und da fände ich es cool, wenn ihr sagen würdet: Ja, das eine Gerät können wir euch empfehlen, das andere vielleicht nicht, vielleicht kostet die Herstellung von dieser Lampe mit Solarzelle mehr, als sie tatsächlich einspart. Das wäre etwas, worüber ich mich freuen würde.

Der Avocado Store ist Deutschlands größter Marktplatz für Eco Fashion & Green Lifestyle. Ziel des Shop-Portals ist es, für jedes herkömmliche Produkt eine nachhaltige Alternative anzubieten.

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