Stefan Löffler: „Hier geht es darum, die Energiewende mitzugestalten“

15-Logo_hoch_posGreenpeace Energy wird 15 Jahre alt, im Herbst 1999 wurde das Unternehmen gegründet. Das Jubiläum ist ein Meilenstein, den wir entsprechend würdigen wollen – indem wir wichtige Weggefährten, Mitglieder und Kunden zu Wort kommen lassen. Stefan Löffler ist seit Ende 2001 bei Greenpeace Energy. Nach Abschluss seines Studiums stieg er als Praktikant ein und arbeitet seit mehr als zehn Jahren im Kundenservice. Als Kundenberater ist er oft der erste Ansprechpartner für Interessenten, Kundinnen und Kunden mit ihren Fragen oder Problemen.

Frage: Stefan, warum hast du damals, in der Gründungsphase, bei Greenpeace Energy angefangen?

Löffler: Ich habe mich schon während meines Biologiestudiums in der Anti-Atom-Bewegung engagiert, damals waren ja die Castor-Transporte ein großes Thema. Und dabei ist bei mir das Bedürfnis entstanden, nicht nur gegen etwas zu protestieren, sondern sich tatsächlich auch für die Alternative einzusetzen, eben für die erneuerbaren Energien. Das war der Grund, warum ich mich bei Greenpeace Energy für ein Praktikum beworben habe. Und dann hat es sich ergeben, dass während der Praktikumszeit eine Stelle frei wurde, und nun bin ich immer noch da.

Frage: Was für ein Unternehmen war Greenpeace Energy damals, was waren deine ersten Eindrücke?

Löffler: Vor allem war es noch ganz schön klein, rund zehn oder zwölf Leute, und damit sehr familiär. Es gab wahnsinnig viel zu tun, und die meisten Arbeitsprozesse waren natürlich noch nicht so perfekt eingespielt wie heute. Wir haben alles mögliche mit Excel-Listen abgearbeitet, was wir heutzutage viel effizienter mit professionellen Datenbanken erledigen können. Der Kundenzulauf war damals enorm, alles war ja noch sehr frisch, und von daher war es eine sehr arbeitsintensive und anstrengende Zeit.

Frage: Und heute? Wie würdest du die Arbeit bei Greenpeace Energy heute beschreiben?

Löffler: Die Arbeitsverteilung ist heute sehr viel eindeutiger. Damals in der Anfangszeit war es so, dass jeder überall ausgeholfen hat, es gab noch keine starke Trennung zwischen Marketing, Kundenservice und IT, das waren ja teilweise alles noch Ein-Mann-Abteilungen. Die Anfangsphase ist außerdem von sehr viel Idealismus und Aktionismus geprägt gewesen. Kurz bevor ich angefangen habe, waren die Kolleginnen und Kollegen noch im Wendland und hatten eine mobile Suppenküche von Greenpeace Energy auf die Beine gestellt. Sie sind dann zu den Sitzblockaden gefahren und haben den Leuten dort Suppe vorbeigebracht. Solche Sachen sind damals recht spontan entstanden. Inzwischen ist auch unsere Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit professioneller geworden und Aktionen werden langfristiger vorbereitet.

Frage: Das heißt, Greenpeace Energy hat nicht die ganze spontane Energie der Anfangszeit komplett gegen Professionalität eingetauscht?

Wir haben einen erfreulich hohen Anteil an Leuten, denen Greenpeace Energy einfach mehr bedeutet als ein Platz, an dem man arbeitet, um Geld zu verdienen.“ Stefan Löffler

Löffler: Nein, ich glaube, so ein bisschen Idealismus haben wir uns schon noch gewahrt. Die Leute sind nach wie vor bereit, sich am Wochenende bei „Lesen ohne Atomstrom“ für Greenpeace Energy zu engagieren. Es ist nicht so, dass die Mitarbeiter hier einen Nine-to-five-Job machen und dann einfach nach Hause gehen und keinen Gedanken mehr ans Büro verschwenden. Wir haben einen erfreulich hohen Anteil an Leuten, denen Greenpeace Energy einfach mehr bedeutet als ein Platz, an dem man arbeitet, um Geld zu verdienen.

Frage: Gibt es etwas, das viele Greenpeace-Energy-Kunden gemeinsam haben, das sie auszeichnet?

Löffler: Was bei vielen Kunden da ist, ist ein wahnsinnig hohes Vertrauen in uns, dass wir die Guten sind und dass sie da richtig sind. Unsere Kunden fragen schon nach und hinterfragen auch, aber alles in allem haben wir einen riesengroßen Vertrauensvorschuss bei den Kunden. Dadurch, dass wir dieses Wort Greenpeace im Namen führen, haben viele Kunden das Gefühl: Die kennen sich aus mit allem, was mit Energie zu tun hat. Und zum anderen sind sie natürlich auch sehr geduldig und verzeihen uns, wenn wir mal etwas falsch machen oder warten auch mal, wenn’s ein bisschen länger dauert mit der Gasabrechnung. Alles in allem würde ich sagen, sehr verständnisvolle, sehr angenehme und freundliche Kunden.

Frage: Was unterscheidet Greenpeace Energy von anderen Energieversorgern?

Löffler: Ich glaube, wir heben uns ganz stark ab von diesen Auswüchsen, die die Strommarktliberalisierung auch hervorgebracht hat, wo Firmen entstanden sind, die einfach versucht haben, mit dem Produkt Strom schnell viel Geld zu verdienen. So ist das bei Greenpeace Energy ja nicht, hier geht es ja um die Sache, darum, die Energiewende mitzugestalten.

Frage: Was ist für dich der bislang größte Erfolg von Greenpeace Energy gewesen?

Löffler: Da ist einmal natürlich der Erfolg, dass es überhaupt funktioniert hat, eine Energie-Genossenschaft aus dem Boden zu stampfen, die nicht einfach gleich wieder eingeht, weil es keinen interessiert, sondern die heute die größte Energie-Genossenschaft Deutschlands ist. Oder die Tatsache, dass wir jetzt einen doch ganz ansehnlichen Anlagenpark haben, den Planet energy gebaut hat. Dann ist da noch unser Engagement in energiepolitischen Themen, und durchaus auch die Sache, dass wir Windgas bekannt gemacht haben.

Frage: Und gibt es etwas, das du dir von Greenpeace Energy für die Zukunft wünscht?

Löffler: Ich wünsche mir, dass es weitergeht wie bisher, dass wir weiter eine wichtige, wahrnehmbare, innovative Rolle spielen in Sachen Energiewende. Dass es uns weiterhin gelingt, Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen, Und vielleicht auch, dass es uns weiterhin gelingt, uns als Mitarbeiter, aber auch unsere Kunden als Menschen wahrzunehmen und nicht als Kostenfaktoren oder als reine Zahlenwerte in Statistiken und Bilanzen.

Frage: Wenn du Energieminister in Deutschland wärst – welches Projekt würdest du als erstes angehen?

Löffler: Ich würde versuchen, darauf hinzuwirken, dass das Bevorzugen von Atom- und Kohlestrom aufhört. Deren wahre Kosten sind nämlich nicht transparent und öffentlich wahrnehmbar, sondern versteckt und werden über Steuergelder mitfinanziert. Deswegen erscheinen Atom und Kohle immer noch als die billigen Energieformen und die erneuerbaren Energien gelten als teuer, weil die EEG-Umlage auf der Stromrechnung auftaucht. An diesen Missstand müsste man unbedingt ran, das wäre sehr hilfreich.

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