Sven Teske: „Die Energiewende muss von unten organisiert werden“

15-Logo_hoch_posGreenpeace Energy wird 15 Jahre alt, im Herbst 1999 wurde das Unternehmen gegründet. Das Jubiläum ist ein Meilenstein, den wir entsprechend würdigen wollen – indem wir wichtige Weggefährten, Mitglieder und Kunden zu Wort kommen lassen. Am 27. Oktober 1999 saß Sven Teske, damals Mitarbeiter bei Greenpeace Deutschland, auf dem Podium der Gründungspressekonferenz von Greenpeace Energy. Heute, 15 Jahre später, arbeitet er als Campaigner bei Greenpeace International in Amsterdam und setzt sich weltweit für den Ausbau der erneuerbaren Energien ein.

Sven Teske Sven Teske
Sven Teske. Foto: Isasora Tast / Greenpeace

Frage: Wie viel Greenpeace steckt heute noch in Greenpeace Energy?

Teske: Ziemlich viel. Der Idealismus und die Idee, mit einer neuen Geschäftsidee nicht nur Geld zu verdienen, sondern auch etwas zu verändern, steckt immer noch in Greenpeace Energy. Aber es hat sich auch sehr viel verändert. Als wir begonnen hatten, war die Kundendatei auf einem IKEA-Regal hinter meinem Schreibtisch – jetzt ist es ein professionelles Unternehmen mit 70 Mitarbeitern.

Frage: Warum habt ihr euch 1999 entschieden, Greenpeace Energy als Genossenschaft aufzuziehen?

Teske: Weil die Genossenschaft die demokratischste Form eines Wirtschaftsunternehmens ist! Die Energiewende muss von unten organisiert werden, um große Akzeptanz in der Bevölkerung zu haben. Die Energiewende muss von den Bürgern getragen werden. Eine Genossenschaft ist dafür die beste Organisationsform.

Frage: Was ist der bislang größte Erfolg von Greenpeace Energy?

Teske: Der konsequente Aufbau eigner Erzeugungsanlagen. Bisher wurden rund 120 Million Euro in Wind- und Solarkraftwerke investiert.

Frage: Braucht es heute, im Energiewendeland Deutschland, noch einen Ökostromanbieter wie Greenpeace Energy?

Teske: Ja. Im Grunde müssten alle Stromversorger Ökostromversorger sein. Solange dies nicht der Fall, brauchen wir innovative Unternehmen wie Greenpeace Energy.

Frage: Was wird mit Blick auf die Umsetzung der Energiewende die größte Herausforderung in den nächsten Jahren sein?

Nach dem Atomausstieg müssen wir jetzt den Kohleausstieg durchsetzen.“ Sven Teske

Teske: Die bestehenden Kohlekraftwerke aus der Stromerzeugung vollständig zu verdrängen. Nach dem Atomausstieg müssen wir jetzt den Kohleausstieg durchsetzen. Da haben wir noch viele dicke Bretter zu bohren.

Frage: Wenn du Energieminister in Deutschland wären – welches Projekt würdest du als erstes angehen?

Teske: Ich würde eine „Push-und-Pull“-Strategie für erneuerbare Energien einführen: dauerhaft den Bedarf an Ökostrom erhöhen – mit einem sich anpassenden EEG – und die Erneuerbare-Energien-Branche mit einer nachhaltigen Industriepolitik als wichtiges strategisches Technologie-Standbein für den Wirtschaftsstandort Deutschland weiter ausbauen. Außerdem würde ich ein Kohleausstiegs-Gesetz verabschieden und ein umfangreiche Energie-Effizienz-Packet (Strom-Wärme-Transport) bis 2016 einführen.

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