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EEG-Ausschreibungen: Workshops für Bürgerenergie-Akteure gestartet

Die Bürgerenergie ist eine tragende Säule der Energiewende. Aber: Mit der jüngsten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes steht das Engagement der lokalen Akteure vor einer großen Herausforderung: Denn das im EEG vorgeschriebene Ausschreibungsverfahren stellt eine bürokratische Hürde und ein Projektrisiko gerade für Bürgerenergiegesellschaften dar. Was also tun? Greenpeace Energy lud gemeinsam mit der GLS Bank rund 30 Akteure der Bürgerenergie-Szene zum Workshop nach Frankfurt am Main. Die Teilnehmer informierten sich dort nicht nur über die neuen Hürden, sondern auch über Lösungen und Hilfestellungen, wie sie auch Greenpeace Energy anbietet.

Für lokale Ökostrom-Akteure sind unsichere Zeiten angebrochen. Seit Jahresbeginn 2017 gilt für die Förderung neuer Onshore-Windenergieprojekte die verpflichtende Teilnahme an Auktionen, in denen die Vergütungen ermittelt werden. Die erste Auktionsrunde startet in diesem Frühjahr – und wie sie für die Bürgerenergie ausgeht, ist noch völlig unklar. „Die Stimmung innerhalb der Bürgerenergie ist deshalb deutlich eingetrübt“, weiß Thomas Möhring, Projektleiter für Windenergie und Bürgerenergie bei Greenpeace Energy: „Viele Akteure fragen sich, ob sie angesichts der komplexen und risikoreichen Situation überhaupt noch Bürgerwindparkprojekte in Angriff nehmen sollen.“

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Thomas Möring, Projektleiter Bürgerenergie. Foto: Christine Lutz / Greenpeace Energy eG

Da sei zum einen die Komplexität des neuen Verfahrens. Zum anderen sei es Bürgern, Stadtwerken und Gemeinden, aber auch den eigenen Mitgliedern oder den meist ehrenamtlich tätigen Aufsichtsräten nur noch schwer zu erklären, welche Risiken durch das neue System entstehen, so Möhring. Wie also wirkt sich das neue Vergütungssystem auf die Entwicklung von Windparks generell aus? Wo stehen Bürgerenergieprojekte im Wettbewerb des Ausschreibungssystems? Soll mein Projekt eher in einem frühen oder späten Planungsstadium in eine Auktion einsteigen – und mit welcher Gebotshöhe? Und welche rechtlichen und finanziellen Details spielen bei der Planung eines Wind-an-Land-Projektes aktuell eine Rolle? Es sind Fragen wie diese, die Bürgerenergie-Akteure derzeit landauf, landab umtreiben – Fragen, zu deren Beantwortung Greenpeace Energy in einem Workshop Mitte März in Frankfurt am Main umfassende Informationen lieferte.

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Protest gegen EEG-Ausschreibungssystem 2016: Große Unsicherheiten bei der Bürgerenergie. Foto: Christoph Rasch / Greenpeace Energy eG

Der kostenlose Workshop mit seinem halben Dutzend Referenten wurde von den 30 Teilnehmern sehr gelobt. Eingeladen waren dort ausschließlich Mitglieder und Gesellschafter vonBürgerenergiegesellschaften. Besonders viele Nachfragen gab es etwa zum Paragrafen §36g im EEG, wonach Mitglieder einer Bürgerenergie-Gesellschaft nicht Mitglied in anderen teilnehmenden Gesellschaften sein dürfen – nur eines der Details in den neuen EEG-Vorgaben, die in der Praxis oft ein Problem darstellten.

Von der Flächensicherung über die Projektentwicklung, die Finanzierung – zum Beispiel mit Risikokapital – bis hin zur Ausschreibung wurden auf dem mehrstündigen Workshop alle relevanten Themen abgedeckt. „Unser Ziel: Die Akteure mit Know-how aufladen und sie dabei zu unterstützen, den eigenen Bürgerwindpark trotz Ausschreibungshürden zu realisieren“, sagt Projektleiter Thomas Möhring.

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Auch Frank Trauboth von der GLS Bank und Sönke Tangermann, Vorstand bei Greenpeace Energy eG waren beim Workshop mit dabei. Foto: GLS

Um Bürgerenergie-Akteuren in der komplexen Gemengelage des neuen Ausschreibungssystems konkret helfen zu können, bietet Greenpeace Energy deshalb – über Workshops wie in Frankfurt hinaus – sowohl finanzielle als auch organisatorische Unterstützung an, etwa durch Planungsleistungen: „Wir können also bei Verträgen, Geboten oder Genehmigungsverfahren konkret helfen und die Prozesse durchführen, so dass die Akteure sich auf Ihre Stärken konzentrieren und die große Aufgabe der Vermittlung übernehmen können“, sagt Thomas Möhring.

Angeboten wurde der Bürgerenergie-Workshop gemeinsam mit der GLS Bank. Sie gab Einblicke in die Finanzierungsbedingungen von Bürgerwindpark-Projekten und stellte ihr Angebot an die Bürgerenergiegesellschaften detailliert dar. „Mit der GLS Bank haben wir einen starken Partner, der unsere Leistungen gut ergänzt“, sagt Möhring. Beide Projektpartner sind genossenschaftliche Unternehmen, beide haben die dezentrale, von Bürgern getragene Energiewende zum Ziel – und: Beide haben jahrelange Erfahrung mit Bürgerprojekten und Windenergie.

INFO Mehr zum Angebot von Greenpeace Energy für Bürgerenergie-Akteure finden Sie hier.

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