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Deutsch-französische Synergien-Suche

Die Energiewende ist ein Thema, das über die Grenzen einzelner Energie-„Sektoren“ hinausgeht, also nicht nur den Strombereich beinhaltet, sondern zum Beispiel auch Wärme und Mobilität. „Sektorkopplung“ ist deshalb das Zauberwort der Zukunft. Energiewende geht zudem über nationale Grenzen hinaus – und muss deshalb stärker denn je international diskutiert werden: So wie heute in der Französischen Botschaft in Berlin, wo sich deutsche und französische Experten sowie Vertreter aus Politik und Branche speziell der Frage widmeten, welche Chancen und Herausforderungen die Sektorkopplung nach sich zieht.

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Die Französische Botschaft war Ort der Konferenz. Fotos (3): Christoph Rasch, Greenpeace Energy eG

Welche gesetzlichen Rahmenbedigungen gibt es für Synergien unterschiedlicher Energiebereiche in Deutschland und Frankreich? Welche Bedeutung bekommt die Sektorkopplung in einem immer stärker dekarbonierten Energiesystem? Und welche Geschäftsmodelle ergeben sich daraus? Einen ganzen Tag lang diskutierten rund 100 Teilnehmer aus beiden Ländern in der französischen Botschaft direkt vis-a-vis vom BRandenburger Tor.  Organisiert wurde die Konferenz  vom Deutsch-französischen Büro für die Energiewende.

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Sönke Tangermann hob in seinem Vortrag auch die Vorteile von Windgas gegenüber Atomkraft-Projekten hervor.

Sönke Tangermann, Vorstand bei Greenpeace Energy war einer der Branchenvertreter, die auf dem Podium ein Praxisbeispiel mit enormem Potenzial vorstellen durfte: Die Windgas-Technologie, die die Energiegenossenschaft bereits seit 2014 zur Versorgung ihrer Kundinnen und Kunden nutzt – und weiter ausbauen wird. Diese auch „Power-to-Gas“ genannte Technologie, bei der erneuerbarer Strom in speicher- und nutzbaren Wasserstoff umgewandelt wird – „ist die einzige Methode, um langfristige Dunkelflauten zu überbrücken“, so Tangermann. Dunkelflauten sind Zeiten, in denen weder der Wind weht, noch die Sonne scheint. Ein solches Speichersystem wird in einem auf erneuerbaren Energien basierenden Versorgungssystem unabdingbar. „Ab 2020 müssen wir deshalb mit dem groß angelegten Bau von Windgas-Anlagen beginnen“, forderte Tangermann. Und er wies angesichts der hohen Anteile von Atom im französischen Strommix auf eine Studie hin, wonach der Ausbau von Windkraft und Power-to-Gas-Anlagen deutlich günstiger sei, als der Bau des vom EDF-Konzern geplanten Atomkraftwerkes Hinkley Point C.

INFO Details zur Konferenz und weiteren Aktivitäten des Deutsch-französischen Büros für die Energiewende finden Sie hier.

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