Der Versammlungsort füllt sich.

COP23: Ohne Kohleausstieg kein Klimaschutz

Unter dem Motto „Ohne Kohleausstieg kein Klimaschutz“ protestierte Greenpeace Energy heute anlässlich der globalen Klimakonferenz COP 23 in Bonn gemeinsam mit Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace auf der Anti-Kohledemonstration „Klima schützen – Kohle stoppen“ gegen die verfehlte Klimapolitik der Bundesregierung.

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Nils Müller, Vorstand bei Greenpeace Energy. Foto: Christine Lutz / Greenpeace Energy eG; Foto oben: Fabian Stuertz / Greenpeace Energy eG

„Deutschland wird seine Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen ohne ein zügiges Ende der Kohleverstromung klar verfehlen, doch die Bundesregierung und die betroffenen Landesregierungen schieben das Thema auf die lange Bank“, sagt Nils Müller, Vorstand der Hamburger Ökoenergiegenossenschaft. „Wir machen deshalb nun Druck auf die kommende Koalition, damit noch in dieser Legislaturperiode ein verbindlicher Zeitplan für einen sozialverträglichen Kohleausstieg beschlossen und in Angriff genommen wird. Alles andere wäre unverantwortlich.“

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Konferenzgelände der COP23 in Bonn. Foto: BMUB/Dominik Ketz

Mit Banner, Ballons und vielen Tausend anderen Menschen fordern zahlreiche Mitarbeiter, Kunden und Mitglieder von Greenpeace Energy in Bonn eine zukunftsfähige Perspektive für die Braunkohleregionen im Rheinischen Revier, der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier. Durch einen Ausbau vor allem von Wind- und Solarenergie mit einem Fokus auf maximale Wertschöpfung in den Braunkohleländern lassen sich dort mehr sichere Arbeitsplätze schaffen als in den dortigen Tagebauen und Kohlekraftwerken, wie eine von Greenpeace Energy beauftragte Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) im Mai nachweisen konnte. „Die Menschen in den Braunkohleregionen brauchen eine verlässliche Perspektive“, sagt Müller, „klar ist, die Zeit der besonders klimaschädlichen Braunkohle ist abgelaufen, die Zukunft gehört den Erneuerbaren.“

Bildergalerie: Greenpeace Energy auf der COP23-Demo

(Alle Fotos: Fabian Stuertz / Greenpeace Energy eG)

Die ältesten Kraftwerke in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen müssen unverzüglich abgeschaltet werden, für die anderen braucht es einen Abschalt-Fahrplan, fordert Greenpeace Energy. Parallel dazu müssen die Erneuerbaren in diesen Ländern rasch ausgebaut und der Strukturwandel organisiert werden, damit die Menschen wissen, wovon ihre Regionen in Zukunft leben.

 

 

Um diesen Wandel zu beschleunigen, hat Greenpeace Energy im Mai seinen Tarif Solarstrom plus gestartet. Kundinnen und Kunden des neuartigen Kohleausstiegstarifs beziehen in ihrem Strommix zehn Prozent Solarstrom direkt aus den Braunkohlerevieren in der Lausitz und dem Rheinischen Revier. Für jede Kilowattstunde im Solarstrom plus-Tarif zahlen die Kunden zusätzlich einen Fördercent für den Neubau von Solaranlagen – die direkt in den Braunkohlerevieren entstehen. So treiben sie dort den Ausbau der Erneuerbaren voran, schaffen grüne Arbeitsplätze und eine neue Perspektive für die drei Tagebauregionen. „Es gibt Alternativen zur Braunkohle und sie funktionieren“, sagt Greenpeace Energy-Vorstand Nils Müller anlässlich der Anti-Kohle-Demo in Bonn: „Die Bundesregierung hat keine Ausrede mehr und muss den Braunkohleausstieg und die Energiewende energisch anpacken.“

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