Grün statt Grau: Das Ökostrom-Markt-Modell

84 Prozent der Deutschen wollen auch in Zukunft Ökostrom direkt aus Windkraft und Solar-Anlagen in Deutschland bekommen können. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von TNS Emnid. Aber: Betreiber von Wind- oder Solarstromanlagen dürfen ihren Strom künftig nur noch über die Börse verkaufen. So sieht es der derzeitige Reform-Entwurf für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vor. Das Problem: Der Grünstrom wird dabei im Börsenhandel zu „Graustrom“ unbekannter Herkunft. Das aber bedeutet, dass es künftig kaum noch möglich sein wird, Ökostromkunden direkt aus deutschen Windkraft- oder Solaranlagen zu versorgen. Das Ökostrom-Markt-Modell geht deshalb einen anderen Weg.

So funktioniert‘s

Das Ökostrom-Markt-Modell kompakt erklärt

So wirkt’s

Warum das Ökostrom-Markt-Modell im reformierten EEG enthalten sein sollte

Garantierter Grünstrom „Made in Germany“

Das Ökostrom-Markt-Modell sorgt dafür, dass Strom aus heimischen Windkraft- und Solaranlagen möglichst direkt zum Kunden gelangt – ohne den Umweg über die Börse, wo er automatisch zu Graustrom wird. Ökostromkunden können also saubere Energie aus konkreten Kraftwerken in Deutschland bekommen – und keinen Strom unbekannter Herkunft, wie es im Entwurf für ein reformiertes EEG vorgesehen ist.

Kleinere Anbieter werden gestärkt

Vom Ökostrom-Markt-Modell profitieren Stadtwerke, Ökostromanbieter und Bürgerenergie-Projekte mit eigenen EE-Anlagen gleichermaßen. Sie können ihre Kunden mit hochwertigem Ökostrom versorgen, der nicht von der Börse kommt – sondern aus dezentralen und regionalen Anlagen in Deutschland.

Schwankende Energien optimal nutzen

Anbieter, die das Ökostrom-Markt-Modell nutzen, integrieren hohe Anteile an Wind- und Solarstrom – so genannte fluktuierend einspeisende erneuerbarer Energien – in ihr Angebot. Und: Sie sorgen auch für den steten Ausgleich ihrer schwankenden Erzeugung. Damit stemmen sie eine der zentralen Herausforderungen der Energiewende. Kauft ein Versorger einmal mehr Ökostrom ein, als seine Kunden aktuell nachfragen, dann kann er diesen an andere Nutzer des Modells weitergeben – oder aber an der Börse verkaufen. In letzterem Fall muss er dann allerdings eine so genannte Integrations-Zahlung an das EEG-Konto leisten. Der Versorger wird deshalb darauf achten, Ökostromproduktion und Kunden-Nachfrage aufeinander abzustimmen.

Die EEG-Umlage nach und nach absenken

Strom, der über das Ökostrom-Markt-Modell vermarktet wird, erzielt mehr Erlöse als im Marktprämienmodell – denn Versorger, die an diesem Modell teilnehmen, zahlen für die grüne Eigenschaft des Stroms eine so genannte Ökostrom-Zahlung an das EEG-Konto, aus dem der Ausbau der erneuerbaren Energien gefördert wird. Damit sorgt die Ökostrom-Zahlung für eine Entlastung des EEG-Kontos – und für eine sinkende Umlage für alle Verbraucher.

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