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„Hamburg bremst Energiewende aus“ – die taz berichtet über Blockade durch Stromnetz Hamburg

Der Fairness halber wollen wir hier kurz richtigstellen: Nicht „Hamburg“ bremst die Energiewende aus, in der Hansestadt gibt es schließlich viele engagierte Unterstützer für den Umbau unseres Energiesystems – weg von Atom und Kohle, hin zu Strom aus Sonne, Wind & Co. Als Bremser entpuppt sich die erst kürzlich rekommunalisierte Stromnetz Hamburg, wie der lesenswerte Artikel in der tageszeitung taz von Montag herausarbeitet (siehe Link weiter unten):

Der große Hamburger Netzbetreiber weigert sich nämlich, mit uns einen kontrollierten Testbetrieb für unser Mini-Solarkraftwerk vom Typ simon zu vereinbaren. Dadurch könnten wichtige Daten über die Sicherheit  solcher Module gewonnen werden. Eigentlich, schreibt Autor Gernot Knödler (www.taz.de/Steckdosen-Kraftwerk-blockiert/!5319509/), müsste Stromnetz Hamburg daran interessiert sein. Schließlich sollte der Rückkauf des kommunalen Netzes dabei helfen, „eine sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltgerechte Energieversorgung“ zu gewährleisten. Stattdessen schreckt der Netzbetreiber auch andere Hamburger simon-Interessenten ab. Dabei liegen ihm die vollständigen Gutachten vor, die den sicheren Betrieb eines simon belegen.

Verschämt versucht Stromnetz Hamburg sich mit dem Argument aus der Affäre zu ziehen, sie seien „letztlich nicht die richtigen Ansprechpartner“, die Normen setze der Elektrotechnikverband VDE. Das ist höchst fraglich. Wenn sie wollten, könnten sie viel mehr tun.

Der rechtliche Rahmen gäbe es her: Denn die Einhaltung der sogenannten anerkannten Regeln der Technik ist nicht per se Pflicht. Im Bereich der Energiewirtschaft bzw. des Netzanschlusses begründen gesetzliche Normen die Vermutung, auf Seite des Anschlussnutzers seien alle Maßnahmen (wie etwa die Nutzung eines simon) dann in Ordnung, wenn die VDE-Normen eingehalten werden – also die im elektrotechnischen Bereich geltenden „anerkannten Regeln der Technik“. Verstößt man gegen diese Regeln, besteht im Umkehrschluss die Vermutung, dass dies sicherheitsrelevant sei. Kann man allerdings nachweisen, dass Maßnahmen des Anschlussnutzers (hier der Betrieb eines simon) auch dann sicher sind, wenn er gegen diese (veralteten) Normen verstößt, ist der Betrieb erlaubt. Diesen Nachweis, den eigentlich bereits die Gutachten liefern, hätten wir zusätzlich per Testbetrieb mit Stromnetz Hamburg erbringen können. Sie sind also, anders als sie behaupten, genau die richtigen Ansprechpartner. Sie wollen nur nicht. Und deshalb kritisiert die taz sie auch zu Recht als „Bremser“.

Wir sind weiter zum Test bereit. Doch solange Stromnetz Hamburg nicht mitmacht, sondern lieber weiter blockiert, testen wir eben alleine. Unser simon läuft. Und liefert bei schönstem Sonnenschein eine Spitzenleistung von satten 150 Watt. Probleme? Keine!

Nun sind wir gespannt, wie Stromnetz Hamburg auf unseren Testbetrieb zu reagieren gedenkt. Eines steht aber schon jetzt fest: Wir sind auch zum juristischen Kampf für die dezentrale Energiewende bereit.

Hier geht’s zum taz-Artikel von Montag: www.taz.de/Steckdosen-Kraftwerk-blockiert/!5319509/

INFO Interesse am simon? Das revolutionär einfach zu nutzende 150-Watt-Solarmodul simon kann zum Preis von 599 Euro plus 29 Euro Versandkosten über die Webseite www.simon.energy bestellt werden oder mit diesem Bestellformular. Die Befestigungssysteme zum Aufhängen am Balkon oder zum Aufstellen auf dem Boden kosten jeweils 69 Euro zusätzlich. Kunden und Genossenschaftsmitglieder von Greenpeace Energy erhalten dabei einen Zuschuss in Höhe von 49 Euro (siehe Formular hier).

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