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Premiere in Proschim: erste PV-Anlage mit Solarstrom-plus-Fördergeld gebaut

Sie waren schon die ersten Sonnenstrom-Lieferanten für unseren im Mai gestarteten  Braunkohleausstiegstarif Solarstrom plus – nun sind Günter Jurischka und Steffen Kapelle aus der Lausitz auch unsere Projektpartner beim Bau der ersten neuen Photovoltaikanlage aus dem Fördertopf unseres Tarifs. Auf dem Dach von Günter und seiner Frau Hannelore im brandenburgischen Proschim hat Steffen, erfahrener Solarteur und Elektrikermeister, eine Solaranlage aus 40 Modulen mit zehn Kilowatt Spitzenleistung montiert und angeschlossen. Seit Anfang September speist sie saubere Energie ins Stromnetz ein.

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Steffen Kapelle und Frank Lehmann (hinten) montieren die Halterungen für die Solarmodule.

Es sind zwei heiße Tage Anfang August, die mit 35 Grad Hitze und tiefblauem Himmel zeigen, warum die Lausitz als eine der sonnenreichsten Regionen Deutschlands gilt. Das macht die Arbeit schweißtreibend – aber auch lohnenswert, denn eine solche Anlage kann hier über 20 Jahre viel sauberen Strom für Kunden von Greenpeace Energy produzieren. „Es ist zwar nur eine von vielen PV-Anlagen, die folgen müssen. Doch für uns alle hier, die Widerstand gegen die Zerstörung unserer Heimat und des Klimas durch die Braunkohle leisten, ist es ein wichtiges Zeichen an die Leute in der Region“, sagt Günter. „Die Erneuerbaren sind eine Perspektive für eine bessere Zukunft. Mit ihnen können wir sichere neue Arbeitsplätze schaffen – mehr als in der Braunkohle. Wir zeigen, wie man es richtig anpackt.“

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Günter Jurischka kämpft schon seit 1984 gegen das Abbaggern seines Heimatdorfes, zu DDR-Zeiten ein Risiko.

Und das geht so: Solarstom plus-Kundinnen und -Kunden beziehen in ihrem Strommix zehn Prozent Solarstrom direkt aus den Braunkohlerevieren in der Lausitz und dem Rheinischen Revier. Von Menschen wie Günter Jurischka und Steffen Kapelle, die ihre Sonnenenergie nun nicht mehr einfach ins Netz einspeisen und dafür die EEG-Vergütung einstreichen, sondern an Greenpeace Energy liefern. „Sonstige Direktvermarktung“ heißt das Prinzip, bei dem wir nicht nur solar produzierte Kilowattstunden direkt von den Produzenten abkaufen, sondern auch die Grünstrom-Zertifikate für den PV-Strom aus diesen Solaranlagen miterwerben. Für jede Kilowattstunde im Solarstrom plus-Tarif zahlen die Kunden zusätzlich einen Fördercent für den Neubau von Solaranlagen – die direkt in den Braunkohlerevieren entstehen. So beschleunigen sie dort den Ausbau der Erneuerbaren, schaffen grüne Arbeitsplätze und eine neue Perspektive für die drei Tagebauregionen.

„Es macht einen großen Unterschied, wie man diesen Strukturwandel organisiert“, sagt Prof. Bernd Hirschl vom Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung. Das IÖW hatte untersucht, wie die Wertschöpfungs- und Arbeitsplatzeffekte ausfallen, wenn ein maximaler Nutzen für die Regionen im Fokus steht. „Im Vergleich zu einem Ausbau, bei dem Investoren aktiv sind, die nicht in dem Braunkohlerevieren verwurzelt sind, entstehen durch einen regional organisierten und Bürgerenergie-orientierten Strukturwandel doppelt so viele Arbeitsplätze für die Menschen vor Ort“, fasst Hirschl ein zentrales Studienergebnis aus dem Mai zusammen (die ganze Studie hier). Auch die regionale Wertschöpfung liegt dann deutlich höher, zum Beispiel durch dort anfallende Steuereinnahmen und die Stärkung der lokalen Wirtschaft wegen dort gezahlter und ausgegebener Gehälter.

Schon interessieren sich viele Nachbarn aus Proschim und umliegenden Dörfern für eigene PV-Anlagen (Informationen zu unseren Förderkriterien finden Sie hier). Denn Günter und Steffen gehören zwar als Kritiker der Braunkohle in ein klares Lager. Doch sie sind zugleich glaubwürdige Praktiker, deren Projekte funktionieren, Gewinn abwerfen und vernünftige Arbeit in die Region bringen.

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Die PV-Anlage wächst Modul um Modul. Morgens früh ist die Arbeit an diesem Augusttag noch nicht so schweißtreibend (alle Fotos: Michael Friedrich/Greenpeace Energy).

Von der Zusammenarbeit mit unserer Ökoenergiegenossenschaft verspricht sich Günter Jurischka größere Aufmerksamkeit und damit eine mehr politische Wirkung seiner Initiativen. „Wir müssen möglichst rasch raus aus der Braunkohle. Und dazu müssen wir auch in Potsdam bei der braunkohlehörigen Landesregierung und der neuen Koalition in Berlin gehört werden, die in den nächsten vier Jahren einen raschen, sozialverträglichen Braunkohleausstieg beschließen und in Gang setzen muss.“ Da sei er doch froh über einen Partner, der nicht für Rendite arbeite, sondern für den Klimaschutz. „Wir brauchen hier Leute, die das große Ganze im Blick haben. Dann gelingt der Wandel.“

Sie wollen den Braunkohleausstieg voranbringen und interessieren sich für Solarstrom plus? Hier finden Sie weitere Informationen zu unserem Stromtarif, der direkt zum Ausbau der erneuerbaren Energien in den Tagebaurevieren beiträgt. Sie wollen Sonnenenergie direkt von Greenpeace-Energy-Partnern in den Braunkohleregionen beziehen? Dann werden Sie Kundin oder Kunde von Solarstrom plus. Das geht ganz einfach – hier!

 

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