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Aigner: „Haßfurt geht mit gutem Beispiel voran!“

Es ist eine Premiere: Der neuartige Windgas-Elektrolyseur von Greenpeace Energy und der Stadt Haßfurt nimmt heute offiziell seinen Betrieb auf.  Anlässlich der Einweihung gab die Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, Ilse Aigner (CSU), der energy.aktuell ein Interview zum Thema.

Frage: Wie wichtig ist es, dass Städte wie das fränkische Haßfurt bei der Energiewende in den Kommunen mit innovativen Ansätzen vorangehen?

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Premiere in Unterfranken: Plakatlogo des Windgas-Projektes in Haßfurt.

Aigner: Die Energiewende ist eine unserer größten Herausforderungen. Damit sie gelingen kann, sind alle Akteure gefordert. Der Staat kann die Rahmenbedingungen schaffen und Hilfestellung leisten, die konkrete Umsetzung erfolgt vor Ort. Gerade die Kommunen tragen deshalb entscheidend zum Erfolg der Energiewende bei. Sie sind zugleich in mehrfacher Hinsicht von der Energiewende berührt – als Energieverbraucher und Energieversorger, als Träger der Planungshoheit oder als erste Anlaufstelle für Bürger und Unternehmen.  Das erfordert innovative Ansätze und viel Engagement. Haßfurt geht dabei mit gutem Beispiel voran.

Frage: Welche Rolle können Speichertechnologien für erneuerbare Energien für den Erfolg der Energiewende spielen?

Aigner: Richtig ist, dass die Bedeutung der Stromspeicher mit Ausbau der schwankenden Erneuerbaren Energien stark zunimmt. Sie können Erzeugung und Verbrauch aneinander angleichen und zur Netzstabilität beitragen. Die derzeitigen Stromspeichertechnologien müssen wir aber weiterentwickeln. Deshalb investieren wir 100 Millionen Euro speziell in die Forschung von Speichertechnologien. Hinzu kommt, dass Stromspeicherung aktuell nicht wirtschaftlich ist. Deshalb setzen wir uns für bessere Rahmenbedingungen ein, etwa für die Befreiung von Letztverbraucherabgaben insbesondere von den Netzentgelten. Vom Bund erwarten wir, dass er seine Forschungsförderung verstärkt und den bayerischen Forderungen zu den regulatorischen Rahmenbedingungen nachkommt.

Während Deutschland beim Umbau seines Stromsektors schon Fortschritte gemacht hat, sind Wirtschaftssektoren wie der Verkehr und die Industrie bei der angestrebten Dekarbonisierung noch nicht recht vorangekommen. Power-to-Gas bietet hier großes Potenzial. Wie will die bayerische Staatsregierung die Nutzung dieses Potenzials unterstützen?

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Die Staatsministerin beantwortete die Fragen von energy.aktuell schriftlich anlässlich der offiziellen Inbetriebnahme des Elektrolyseurs in Haßfurt. Foto: stmwi

Aigner: Power-to-Gas bietet einen Lösungsansatz, um die schwankenden Erneuerbaren Energien über einen längeren Zeitraum zu speichern. Die erzeugten Gase können zu einem späteren Zeitpunkt rückverstromt oder für andere Anwendungen (z. B. Heizen, Gasfahrzeuge) genutzt werden. Es besteht jedoch noch erheblicher Forschungs- und Entwicklungsbedarf. Einerseits muss der Wirkungsgrad von Power-to-Gas gesteigert werden. Andererseits führt der nötige Stromeinsatz aufgrund der EEG-Umlage zu hohen Kosten und macht diese Technologie derzeit unwirtschaftlich. Eine allgemeine Befreiung von der EEG-Umlage würde andere Stromverbraucher zu Gunsten der Sektoren Verkehr und Industrie mit zusätzlichen Kosten belasten und die Strompreise weiter ansteigen lassen. Die von Ihnen angesprochene Dekarbonisierung ist für uns ein wichtiges Ziel. Einen wesentlichen  Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors kann die Elektromobilität leisten. Der Freistaat investiert hier kräftig und fördert Batterietechnologien. Bei Batterien sind anders als bei Power-to-Gas bereits heute hohe Gesamtwirkungsgrade erreichbar.

 

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