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Wind wird Wasserstoff

Seit Ende 2014 mischt Greenpeace Energy seinem Produkt proWindgas Wasserstoff bei, der auch aus überschüssiger Windenergie erzeugt wird – ein Pionierprojekt mit Signalwirkung für die Energiewende.

Der Elektrolyseur in Prenzlau. Foto: Christoph Rasch / Greenpeace Energy eG
Der Elektrolyseur in Prenzlau. Foto: Christoph Rasch / Greenpeace Energy eG

So stellt man sich die Produktion von sauberer energie vor: Es brummt leise, bunte Balken schieben sich über einen Computerbildschirm, aus einem mannshohen Stahlkasten fl ießt Wasserstoff durch Dutzende Schläuche in einen massiven Tank. Das farb- und geruchlose, energiereiche Gas entsteht, wenn Wasser per Elektrolyse in seine chemischen Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff aufgespalten wird. „Es läuft erfreulich reibungslos“, zieht Sven Pyka, Betriebsleiter der Wasserstoffproduktion von Enertrag im brandenburgischen Prenzlau, eine erste Zwischenbilanz. „Wir verbessern nun peu à peu die Prozesse, um den Wirkungsgrad und damit die Windgas-Ausbeute weiter zu steigern.“

Vier Kilometer entfernt drehen sich die Mühlen eines Windparks, die den Ökostrom für die Wasserstoffproduktion liefern. Wenn Wind weht, können die Generatoren den Elektrolyseur in der Werkshalle rund um die Uhr mit Energie versorgen. Der Wasserstoff wird dann ins normale Erdgasnetz gespeist, das am Firmengelände vorbeiführt.

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Start der Einspeisung.

Mitte Dezember 2014 begann die Einspeisung des sauberen Gases, das Greenpeace Energy seither seinem Produkt proWindgas beimischt. Inzwischen hat Enertrag rund 90.000 Kubikmeter Wasserstoff ins Gasnetz gespeist. Das Pionierprojekt erprobt damit einen zentralen Baustein für die Energiewende: leistungsfähige Speicher. Wenn mehr Strom aus „fluktuierenden“ – also mal mehr, mal weniger verfügbaren – Energien wie Wind und Sonne anfällt, als gerade verbraucht wird, kann er in Wasserstoff umgewandelt und im Gasnetz gespeichert werden. Bei Flaute oder Wolken wird das Windgas in Kraftwerken verfeuert, erzeugt Strom und Wärme – und stabilisiert das Stromnetz.

Derweil konnte Greenpeace Energy Anfang April bereits den 10.000sten proWindgas-Kunden begrüßen: die Braunschweiger Druckerei oeding print. „Auf unserem Weg hin zu einer nachhaltigeren Druckproduktion ist proWindgas ein wichtiger Meilenstein“, erklärt Roland Makulla, Umweltbeauftragter des Unternehmens. „Wir wollen Treibhausemissionen schließlich aktiv und gezielt vermeiden.“

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