„Smart, Effizient, Erneuerbar“ – wohin man auch schaute in den Essener Messehallen, die Reizwörter der neuen Energiewelt waren omnipräsent auf der „E-World energy & water“, der europäischen Leitmesse für die Energiebranche. Über die drei Messetage vom 7. bis 9. Februar war sie nicht nur vielfältiges Branchen-Schaufenster, sondern dokumentierte auch anschaulich den unumkehrbaren ökologischen und dezentralen Umbau unserer Energieversorgung – und eine Abkehr von alten Strukturen.

E-world_rgb_s-schriftDiese „Breaking News“ am letzten Messetag ließ die auf der E-World versammelte Energiebranche aufhorchen: Im französischen Atomkraftwerk Flamanville hatte sich eine Explosion mit mehreren Verletzten ereignet – „im nicht-nuklearen Teil“, wie die AKW-Betreiber sogleich betonten. Der Vorfall war dennoch Gespräch auf der Branchenmesse. „Und er belegt aufs Neue, wie riskant alte wie neue Atomkraftwerke sind – und dass wir eben nicht auf diese Technologie setzen dürfen, um unser Energiesystem klimafreundlich umzubauen“, sagte Greenpeace-Energy-Vorstand Sönke Tangermann auf der Messe. Und, ergänzte er: „Der Unfall steht auch für die negativen Seiten einer alten Energiewelt, die selbst hier in Essen kaum noch wiederzuerkennen ist.“

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Grüner Teppich für eine immer ökologisch und dezentral denkende Energiebranche. Fotos (5): Christoph Rasch / Greenpeace Energy eG

Denn während noch vor ein paar Jahren die Konventionellen-Branche auf der E-World noch stolz ihre Kohlemeiler und Kraftwerksturbinen präsentierte, ist das Bild an den Messeständen heute von Klimaschutz, Dezentralität und Digitalisierung geprägt. „Dass die Messe so eindeutig ihr Gesicht verändert ist ein Erfolg für alle, die die Energiewende vorantreiben – und es zeigt, wie unumkehrbar dieser Prozess inzwischen auch für die Branchenteilnehmer ist“, sagt Marcel Keiffenheim, Leiter Politik und Kommunikation bei Greenpeace Energy.

Wichtige Gesprächsplattform

Als Protagonist dieser neuen Energiewirtschaft ist auch für Greenpeace Energy die E-World eine wichtige Plattform – nicht nur für energiepolitische Debattenbeiträge, sondern auch für die Kontaktpflege zu Kooperationspartnern, Lieferanten, Dienstleistern und anderen Branchenteilnehmern. Zahlreiche Treffen und Gespräche an den Messeständen – etwa (von links nach rechts) bei der Next Kraftwerke, bei der österreichischen Verbund AG sowie beim Software-Unternehmen soptim:

Rund 700 internationale Aussteller aus 29 Ländern präsentieren Produkte und Dienstleistungen rund um Energie-Erzeugung, Handel, Transport, Speicherung und Effizienz. Im Bild: Blick auf den Messestand der innogy SE --- 07-02-2017/Essen/Germany Foto:Rainer Schimm/©MESSE ESSEN GmbH --- Zulässige Nutzung:  Der Nutzer erhält an dem Bild ein einfaches Nutzungsrecht, ausschließlich für eine redaktionelle, journalistische Berichterstattung – in Online- und Printmedien, Film und TV über die MESSE ESSEN, eine Veranstaltung der MESSE ESSEN oder eine auf dem Messegelände der MESSE ESSEN stattfindenden Veranstaltung. Die Nutzung des Bildmaterials ist für die berichtenden Medien mit Urhebervermerk und Beleg ist honorarfrei gestattet. Der Nutzer verpflichtet sich dazu, die dem Bild zugeordneten Informationen, insbesondere Bildbeschreibung und Fotograf, bei der Nutzung in korrekter Weise zu verwenden und zu veröffentlichen. Jede andere Nutzung bedarf der Zustimmung durch die Messe Essen GmbH. Die Messe Essen haftet nicht für Verletzung von Rechten abgebildeter Personen und/oder Objekten. Es werden durch die Messe Essen keine Persönlichkeits-, Eigentums-, Kunst-, Marken- oder ähnliche Rechte eingeräumt, die Einholung der o.g. Rechte obliegt allein dem Nutzer. Der Verkauf und die Weitergabe der Bilddatei an Dritte sowie das nicht-autorisierte Kopieren oder sonstige Vervielfältigen dieser Bilddatei auf alle Arten von Datenträgern ist nicht gestattet.  --- Permissible use: The user will be granted free of charge a simple use right to the picture exclusively for editorial, journalistic reporting about MESSE ESSEN, an event of MESSE ESSEN or an event taking place on the fair site of MESSE ESSEN in online and print media, in films and on TV. For the reporting media, the use of the picture material with a copyright notice and a specimen copy will be allowed free of charge. The user undertakes to utilise and publish the information assigned to the picture, particularly ca
Auch die großen Energieversorger geben sich auf der E-World einen grünen und innovativen Anstrich. Foto:Rainer Schimm/ MESSE ESSEN GmbH

Und der Branchen-Wandel ist auch für die E-World offenbar positiv: Eine Rekordbeteiligung von 710 Ausstellern vermeldeten die Organisatoren – davon viele junge Firmen und Start-Ups mit innovativen Konzepten. Und mit Vertretern aus 30 Ländern ist die Messe auch noch so international wie nie zuvor. Die E-World mit ihren rund 25.000 Besuchern rollte der jungen, neuen Energiewelt den grünen Teppich aus – teilweise sogar wortwörtlich, etwa in den Hallen 6 und 7, wo 150 Unternehmen ihre Technologien für intelligente Energieverteilung, Steuerung und Übertragung präsentierten: Von der App, die den Energieverbrauch in Echtzeit anzeigt über das Steuerungsportal für Solaranlagen bis hin zu flexiblen Energie-Speichern.

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Großer Andrang beim Energy Transition Forum. Foto: Udo Geissler / MESSE ESSEN GmbH

Letzteres war sogar eines der Schwerpunkt-Themen der Messe und des begleitenden Kongress- und Vortragsprogramms, auf dem auch Greenpeace Energy auf der E-World vertreten war. Marcel Keiffenheim referierte auf dem „Energy Transition Forum“ über die Chancen und Herausforderungen von neuen Geschäftsfeldern im Bereich der „Sektorkopplung“ – also der immer stärkeren Verschmelzung der Bereiche Strom, Wärme und Mobilität. Denn auch hier sind groß angelegte Speicher-Lösungen dringend gefragt, wie Greenpeace Energy sie mit der Windgas-Technologie – also der Umwandlung überschüssiger Ökostrommengen in verbrauch- und speicherbaren Wasserstoff – vorantreibt: „Nutzen statt Abschalten – diese Erkenntnis verfestigt sich immer mehr in der Energiebranche“, so Keiffenheim, „dort ist man gedanklich vielerorts weiter als die Entscheider in der Politik.“

Rückenwind fürs Windgas-Konzept?

DSC_0637Rückenwind für das Windgas-Konzept könnte nun allerdings aus Brüssel kommen – auch das war auf der E-World zu vernehmen: „Wir sollten die Synergien zwischen den Erneuerbaren und dem Erdgasnetz heben, um unser Energiesystem klimafreundlicher zu machen“, sagte Tudor Constantinescu von der Generaldirektion Energie der EU-Kommission – und betonte in seinem Vortrag die Langfrist-Speicherfähigkeit der Wasserstoff-Technologie über Monate hinweg. Er sagte: „Politik und Behörden sollten den Zugang für derartige Speichersysteme ebnen.“ Ein erster Ansatz dafür sei im Entwurf für das Winterpaket der EU-Kommission gemacht, das mit zahlreichen Verordnungen und Richtlinien Europas Energieversorgung ab 2020 regeln soll.

Es wird spannend sein, zu sehen, wie sich die E-World bis dahin weiterentwickeln wird – und welche Rolle die alte, konventionelle Energiewirtschaft mit ihren Risiken und Klimafolgen dann noch spielen wird.

INFO Mehr zur E-World finden Sie auf der offiziellen Messe-Homepage.