Seit Ende Oktober ist Greenpeace Energy Mehrheitsgesellschafter von Energie des Nordens (EdN), einem Zusammenschluss von 70 Unternehmen der Erneuerbaren-Branche vor allem aus Schleswig-Holstein. EdN treibt die Energiewende voran und wird von 2020 an in Haurup, nahe der dänischen Grenze, Windgas für Greenpeace Energy produzieren. Heute haben wir bei uns in Hamburg den Kaufvertrag für den neuartigen PEM-Elektrolyseur unterzeichnet, der künftig bislang ungenutzen Windstrom in Wasserstoff umwandeln soll. Unsere aktuelle Pressemitteilung dazu:

Produktion von erneuerbarem Wasserstoff:
Energie des Nordens kauft Windgas-Elektrolyseur

Die Erneuerbare-Energien-Gesellschaft Energie des Nordens, deren Hauptgesellschafter Greenpeace Energy ist, und H-TEC SYSTEMS aus Lübeck haben heute den Kaufvertrag für einen PEM-Elektrolyseur zur Wasserstoffproduktion unterzeichnet. Die neu entwickelte Anlage mit einer Nennleistung von einem Megawatt soll im schleswig-holsteinischen Haurup ab 2020 aus überschüssigem Windstrom jährlich bis zu drei Millionen Kilowattstunden Wasserstoff ins Gasnetz einspeisen. Damit trägt die Anlage auch zur Versorgung der rund 20.000 proWindgas-Kunden von Greenpeace Energy bei.

„Wir setzen in Haurup die neueste Elektrolyse-Technologie mit einem hohen Wirkungsgrad ein. Damit sammeln wir Erfahrungen bei der effizienten Speicherung von überschüssigem Windstrom im Gasnetz und für die Stabilisierung des in dieser windreichen Region stark beanspruchten Stromnetzes“, sagt Sönke Tangermann, Vorstand von Greenpeace Energy und einer der Geschäftsführer der Energie des Nordens GmbH & Co. KG (EdN), bei der Unterzeichnung des Vertrages. EdN ist Betreiber des Windgas-Elektrolyseurs in Haurup. „Das ist ein perfekter Standort für das Projekt“, ergänzt Co-Geschäftsführer und Windkraftpionier Reinhard Christiansen, „weil es dort einen Netzknoten gibt, an dem besonders viel überschüssiger Windstrom anfällt, den wir mit unserem Elektrolyseur künftig in erneuerbaren Wasserstoff – also Windgas – umwandeln können. So nutzen wir jede Kilowattstunde anstatt Windkraftanlagen abzuschalten.“

Das Projekt werde wertvolle Erkenntnisse für eine erfolgreiche Energiewende beisteuern, ist H-TEC-Geschäftsführer Frank Zimmermann überzeugt. „Dass wir mit unserem neuen und bislang größten PEM-Elektrolyseur des Typs ME 450/1400 dazu beitragen können, finden wir sehr spannend.“ Wegen solcher wichtigen Lerneffekte wird das Projekt auch durch das von der Bundesregierung unterstützte Programm „Norddeutsche EnergieWende 4.0“ (NEW 4.0) gefördert, in dessen Rahmen Technologien mit besonderem Nutzen für die Energieversorgung der Zukunft in der Praxis erprobt werden.

Kapazitätsstarke Speichertechnologien wie Windgas lösen ein zentrales Problem der Energiewende. Gerade die stark schwankende Produktion von Windstrom fällt häufig in Zeiten an, in denen dieser nur schwer genutzt werden kann oder Netzengpässe eine Weiterleitung an entfernte Verbraucher verhindern. Diese Windenergie kann durch einen Elektrolyseur genutzt werden, der Wasser in Sauerstoff und klimafreundlichen Wasserstoff aufspaltet. Das erneuerbare Gas kann im vorhandenen Gasnetz gespeichert und überall in Deutschland bei Bedarf in flexiblen Gaskraftwerken wieder in Strom umgewandelt werden: „So haben wir auch in einem Energiesystem mit 100 Prozent erneuerbaren Energien selbst bei langen Dunkelflauten, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind über Wochen nur schwach weht, volle Versorgungssicherheit“, erklärt Sönke Tangermann von Greenpeace Energy. Die Kapazität des deutschen Gasnetzes ist so groß, dass es bis zu drei Monate Energie für die Strom- und Wärmeversorgung bereithalten kann.

Der neue H-TEC-Elektrolyseur produziert aber nicht nur Wasserstoff, sondern ist zugleich so reaktionsschnell, dass er seine Leistung auf Signale des Netzbetreibers hin herauf- oder herunterfahren und so zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen kann.


Hintergrund:
Greenpeace Energy ist der Energie des Nordens GmbH & Co. KG (EdN) Ende Oktober 2018 beigetreten. EdN, ein Zusammenschluss von 70 Unternehmen der Erneuerbaren-Branche vor allem aus Schleswig-Holstein, betreibt den von H-TEC SYSTEMS (mit Sitz in Lübeck und Braak) entwickelten und gefertigten PEM-Elektrolyseur in Haurup. Dessen Betrieb bliebe auch gesichert, wenn sich die Stromüberschüsse in der Region im Zuge des künftigen Netzausbaus reduzieren sollten. Durch seine Fahrweise soll er dann die Integration des Windparks Ellhöft in das Stromportfolio von Greenpeace Energy unterstützen.