Auch in diesem Jahr unterstützte Greenpeace Energy die Berliner Demonstration zum Jahrestag der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima. Denn trotz der Gefahren der Atomkraft werden auch in Europa neue AKW-Projekte immer konkreter. 

Plakatmotiv der diesjährigen Berliner Demo.

Derzeit versucht die Atomindustrie, in einigen EU-Ländern mit neuen – unwirtschaftlichen und deshalb hoch subventionierten Reaktorprojekten – eine Wiederkehr dieser gefährlichen Technologie einzuleiten. „Dass ausgerechnet das Atomausstiegsland Deutschland wiederholt kneift und höchst umstrittene AKW-Bauten wie Hinkley Point C in England oder Paks II in Ungarn nicht EU-rechtlich untersuchen lassen will, ist dabei höchst bedauerlich“, kritisierte Christoph Rasch von Greenpeace Energy in seinem Redebeitrag zur Abschlusskundgebung der Berliner Demo. Eine offizielle Gerichtsfrist, bis zu der EU-Staaten gegen die für Paks II geplanten Subventionen klagen konnten, war Ende Februar verstrichen. Österreich hatte als einziges Land eine Klage eingebracht und wird dabei von Luxemburg unterstützt – beide Staaten gehen gerichtlich auch gegen die Atomsubventionen für Hinkley Point C vor.

Fotostrecke: Das war die Demo am 10. März in Berlin

Fotos: Christoph Rasch / Matti Pauls, Greenpeace Energy eG

„Die neue GroKo-Regierung muss im Interesse der Bürgerinnen und Bürger hierzulande AKW-Bauprojekte im nahen Ausland unbedingt auf den Prüfstand stellen lassen, weil diese auch direkte Auswirkungen auf Deutschland haben“, so Rasch. Laut einer von Greenpeace Energy beauftragten wissenschaftlichen Analyse schaffen Atomstrom-Importe aus Ungarn Wettbewerbs-Nachteile für Erneuerbaren Strom in Deutschland und führen zu Mehrkosten auf Seiten der Verbraucherinnen und Verbraucher. Zudem zeigt eine weitere Untersuchung: Käme es etwa im ungarischen AKW Paks zu einem schweren Unfall, überstiegen dessen geschätzte Folgekosten die von ungarischer Seite bereitgestellte Entschädigung um rund das 180-fache, denn die Haftungsobergrenze des ungarischen Staates und des AKW-Betreibers ist bei einem grenzüberschreitenden Unfall auf lediglich 380 Millionen Euro gedeckelt. Um auf diese Risiken hinzuweisen, unterstützt Greenpeace Energy auch die diesjährige Kazaguruma-Demonstration in Berlin.

Mehr Infos zur Demo finden Sie unter http://kazagurumademo.de/