Allein in Deutschland landen jedes Jahr rund 11 Mio. Tonnen Lebensmittel im Müll. *

Diese Zahl macht fassungslos. Wir müssen dringend etwas gegen diese Verschwendung tun. Der erste Schritt geht zu einem bewussteren Umgang mit möglichst umwelt- und klimaschonend erzeugten Nahrungsmitteln. Wir können nicht weiterhin den Boden und die Tiere über Maß ausbeuten und einen großen Teil davon auch noch für die Mülltonne produzieren. Nicht nur durch die immer wieder aufgedeckten Lebensmittelskandale bleibt uns der Bissen im Halse stecken. Wir wissen es: Die biologische, möglichst fleischlose Vollwertkost ist die beste Ernährungsweise. Die ökologisch erzeugten Lebensmittel sind zwar teurer als konventionelle Waren, doch führen sie uns den wahren Wert eines Lebensmittels vor Augen. Wenn ein Sonntagshähnchen im Discounter weniger als 3 Euro pro Kilo kostet, wie können wir es dann wertschätzen?

Die GärtnerInnen bei der Ernte © Kattendorfer Hof

Wie eine verantwortungsvolle, lebensspendende Landwirtschaft aussehen kann, die auch noch die Existenz der mit ihr arbeitenden Menschen sicherstellt, zeigt der Kattendorfer Hof, idyllisch vor den Toren Hamburgs gelegen. Hier kann man erleben, wie frische Milch direkt aus dem Euter riecht und schmeckt, bevor sie zu aromatischem Käse heranreift. Die Gemeinschaft aus mehr als 50 Menschen betreibt seit 1995 einen landwirtschaftlichen Hof nach Demeter-Richtlinien (der ältesten biologisch-dynamische Landbewirtschaftung). Die Schweine, Kühe und Ziegen liefern Fleisch für den Hofladen und Milch für die eigene Hofkäserei. Auf den Feldern wachsen Getreide, Kartoffeln und knackiges Gemüse heran.

Klaus Tenthoff präpariert die Milch fürs Käsen © Kattendorfer Hof

Die Erzeugnisse werden nicht über den Großhandel vertrieben, sondern nach dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft unter den Mitgliedern, die Anteile erworben haben, verteilt. Alle Mitglieder tragen die Bewirtschaftungskosten des Hofes gemeinsam und teilen sich die Erzeugnisse in Bioqualität. Stadtmenschen lernen so den Wert der Lebensmittel zu schätzen und helfen bei der Erhaltung von regionalen Bauernhöfen mit.
Die Beteiligten holen sich ihre regionalen und saisonalen Produktpakete direkt in Kattendorf oder in einem von mehreren Hofläden im Raum Hamburg ab. Die Erzeugnisse werden aber auch im freien Verkauf allen Verbrauchern angeboten.

Im Netzwerk Solidarische Landwirtschaft sind über 170 Höfe in Deutschland organisiert, vielleicht gibt es auch in Ihrer Nähe einen Hof?

Mit diesen Tipps können Sie sofort etwas ändern:

  • mindestens ein fleischfreier Tag pro Woche
  • saisonales Gemüse/Obst kaufen, Saisonkalender besorgen
  • biologische Lebensmittel kaufen
  • fair gehandelte Lebensmittel bevorzugen
  • Resteverwertung, weniger Lebensmittel wegwerfen
  • Wasser aus dem Wasserhahn trinken
  • nicht verarbeitete Lebensmittel kaufen und selbst kochen
  • verpackungsfrei einkaufen
  • Einkaufszettel mit den wirklich nötigen Dingen schreiben

Möchten Sie überschüssige Lebensmittel vor der Abfalltonne retten? Die Foodsharing-Initiative engagiert sich gegen Lebensmittelverschwendung und gibt praktische Tipps zum Verschenken oder Abholen überschüssiger Nahrungsmittel.
Mehr Wertschätzung für Lebensmittel verbreitet die Initiative Zu gut für die Tonne.
Der mobile Einkaufsratgeber von Greenpeace leistet eine weitere Hilfe.

(*Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Eine Studie des WWF von 2015 spricht sogar von über 18 Mio. Tonnen.)

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Uta Gardemann
Die Kunstwissenschaftlerin, Kauffrau und Medienproduktionerin ist bereits über 10 Jahre bei unserer Genossenschaft im Marketing tätig. Seit 2011 ist sie außerdem als Nachhaltigkeitsbeauftragte für die externe Kommunikation zu allen Themen rund um die Vereinbarkeit von Ökonomie, Ökologie und gesellschaftlicher Verantwortung zuständig.