Ein Flug von Hamburg nach New York verursacht bereits 1 Tonne Co2. Dabei liegt das Jahresbudget für jeden einzelnen Menschen bei 2,3 Tonnen.*

Wie nachhaltig sind wir bei unserer persönlichen Reiseplanung? Die Deutschen sind gern unterwegs und möchten Neues entdecken. Wie schaffen wir es, dabei aber unserer Umwelt möglichst wenig zu schaden? Gibt es nicht auch attraktive Ziele die wir mit der Bahn erreichen können? Doch wo setzen wir an und woran können wir uns orientieren?

Eine repräsentative Umfrage der Leuphana Universität im Rahmen des Forschungsprojekts „Green Travel Transformation“ ergab im vergangenen Jahr, dass bis zu 71 Prozent der reisenden Deutschen an nachhaltigen Reiseangeboten interessiert sind. Bislang nutzen jedoch gerade mal ein Drittel nachhaltige Aspekte bei der Buchung. Durch eine einheitliche Kennzeichnung soll sich das nach Aussage des deutschen Reiseverbandes nun ändern – zunächst für Hotels. Ein bereits existierendes Qualitätssiegel ist das TourCert-Siegel, das verschiedene Nachhaltigkeitskriterien bewertet.

Wenn einer eine Reise tut…

Reisende besuchen ein Schulprojekt in Tansania © Chamäleon

…dann kann er was erleben beim international tätigen Reiseveranstalter Chamäleon , bereits TourCert zertifiziert, der sich unter anderem dazu verpflichtet hat, den am Urlaubsort tätigen Menschen etwas zurückzugeben. Die Hälfte des Reisepreises bleibt für Ausbildung und Arbeitsplätze im jeweiligen Reiseland. Das zweite große Ziel von Chamäleon: Klimaschutz. Deshalb nimmt der Anbieter bei jeder Reise eine Eintragung von 100 m² Regenwald auf den Namen des Reisenden vor. Eine solche Fläche bindet jährlich 5,9 Tonnen CO2.

Wandern im Piemont © ReNatour

Wer eine kürzere Anreise per Bahn, Bus oder Auto bevorzugt, sucht sich sein Reiseziel in Europa am besten beim ebenfalls TourCert zertifizierten Veranstalter ReNatur – und macht damit Urlaub quasi vor der Haustür.

ReNatur verpflichtet sich in den Bereichen Umweltschutz, Arbeitsbedingungen, Kundeninformation, Menschenrechte und faire Geschäftsbeziehungen ständig Verbesserungen im Sinne der Nachhaltigkeit zu erzielen. Um das transparent zu machen, führt ReNatour alle zwei Jahre einen aufwändigen CSR-Management-Prozess durch.

„Ich stehe 100 Prozent hinter diesem Produkt. Und die Kunden sind Menschen, denen es wichtig ist, dass sie der Umwelt möglichst wenig schaden, auch während der Ferien. Das finde ich richtig gut. Es ist kein Urlaub von der Stange, diese Art von Ferien sind nachhaltig – bis ins Herz hinein.“
Simone, Mitarbeiterin von ReNatur

Warum in die Ferne schweifen…

Entschleunigung in Brodowin © Dreigärten

…denn das Gute liegt so nah im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Im brandenburgischen Ökodorf Brodowin bieten Wiesen, Wälder und Wasserläufe Erholung vom ersten Tag an. Wer die Natur liebt, ist hier bestens aufgehoben und kann ökologische Landwirtschaft hautnah erleben. In dem idyllischen Dorf können Gäste sich in einer der modernen Ferienwohnungen Dreigärten von Cordula Brockmann einmieten und die Tage mit Wandern, Rad fahren, Baden oder Nichtstun verbringen.

Was Sie im Vorfeld Ihrer Reiseplanung tun können:

  • Am besten für einen umweltbewussten und sozial engagierten Reiseanbieter entscheiden (TourCert-Siegel)
  • Gründliche Reiseplanung, im Vorfeld ausführlich über das Reiseland informieren
  • Klimakompensation in den Reisepreis mit einkalkulieren (atmosfair hilft beim zertifizieren)
  • Kurze Strecken unter 800 km mit Bahn oder Bus statt mit dem Flugzeug zurücklegen. Je weiter die Anreise, desto länger sollte der Aufenthalt sein
  • Statt Mietauto, öffentlichen Nahverkehr (so lernt man Land und Leute hautnah kennen) oder Fahrrad nutzen
  • Bewusst konsumieren
  • Die Auswahl der Unterkunft nach Umwelteinfluss (Erneuerbare Energien, Abfallvermeidung) und Arbeitsbedingungen aussuchen
  • Vor Ort Ressourcen sparen (Klimaanlage ausschalten)
  • Statt All-inklusive lieber die örtlichen Lokale testen
  • Keine Souvenirs aus seltenen Rohstoffen oder gar bedrohten Tierarten kaufen
  • Aktivitäten vor Ort sollten den Gegebenheiten angepasst sein. Also keine Motocross-Touren in einsamen BergregionenWir müssen uns dem Thema stellen. Jeder Einzelne kann etwas bewirken! Was denken Sie?

INFO: So kann es nicht weitergehen, das liegt auf der Hand. Nachhaltiger Tourismus steht für die Idee, bewusster und zugleich erlebnisreicher zu verreisen, sozial gerecht, kulturell angepasst, ökologisch tragfähig und insbesondere für die ortsansässige Bevölkerung wirtschaftlich sinnvoll und ergiebig.
Wer sich mit diesen Gedanken ein wenig näher befassen möchte, bekommt auf dem Forum Anders Reisen weitere nützliche Tipps.

*Quelle: Atmosfair.  Die Menge an CO2 kann je nach Zielflughafen, Fluglinie und Sitzplatzkategorie abweichen.