Mit den Jägern des Lichts geht Greenpeace Fotograph Markus Mauthe erstmalig nicht alleine, sondern mit vier namhaften Naturfotographen ab Ende Oktober auf Tournee – präsentiert von Greenpeace Energy. Im kommenden Jahr folgt dann ein eigenes Festivalformat der fünf Ausnahmefotografen.

Aber das ist bei weitem nicht alles: Ab dem Herbst dieses Jahres wird Markus auch mit seiner neuen Live-Reportage „An den Rändern des Horizonts“ für die Umweltorganisation Greenpeace unterwegs sein. Und so ganz nebenbei setzt er sich aktiv für den Schutz des brasilianischen Regenwaldes ein. Wir fragen uns, wie macht er das? Zeit für ein Gespräch.

Frage: Markus, Du bist seit mehr als fünfzehn Jahren als Fotograf für Greenpeace unterwegs. Mit Deiner Multivisionsshow „Naturwunder Erde“ hast Du seit 2013 viele Hundert Veranstaltungen gemacht. Im Grunde genommen bist Du immer unterwegs. Was treibt Dich an?

Foto: Markus Mauthe / Greenpeace

Markus Mauthe: Zuerst war es die Neugierde. Als Jugendlicher hatte ich eine tiefe Sehnsucht danach, Abenteuer zu erleben. Später, als ich viel gesehen habe, meldete sich das Gewissen, und der Umweltaktivist in mir entstand. Die globalen Zusammenhänge mit Fotografie möglichst vielen Leuten zu zeigen und für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen zu kämpfen erfüllt mich, weil es eine Aufgabe ist, die meines Erachtens immer wichtiger wird.

Für die „Jäger des Lichts“ bist Du nun erstmalig nicht alleine, sondern mit weiteren vier Naturfotografen gemeinsam unterwegs. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Mauthe: Eigentlich ist dieses Projekt aus kollegialer Freundschaft heraus entstanden. Man kennt sich in der Szene und lernt sich schätzen. Einer hatte die Idee, mann könne ja mal ein gemeinsames Buch herausbringen, was uns dann, nachdem es ziemlich erfolgreich war, fast von alleine auf die Bühnen brachte. Es ist eine große Freude und Ehre mit den Jungs zusammen die besten Bilder zu zeigen und von den Erlebnissen zu berichten.

Worum geht in dieser Veranstaltungsreihe? Was dürfen Eure Zuschauerinnen und Zuschauer erwarten?

Die Jäger des Lichts auf Tour.

Mauthe: Unser großes gemeinsames Thema ist die Naturfotografie. Wir alle lieben es draußen in der Wildnis zu sein, und die Schönheit und Vielfalt des Planeten zu dokumentieren. Das tolle ist, dass jeder von uns so unterschiedlich ist, und wir uns mit den Geschichten und Bildern wunderbar er-gänzen. Ingo Arndt ist für mich momentan einer der besten Tierfotografen der Welt, David Hettich ist eine Koryphäe in der Unterwasserfotografie, Bernd Römmelt ist der Jäger der Lichtstimmungen in den heimischen Alpen und im hohen Norden des Planeten und Florian Schulz füllt mit seinen National Geografic Reportagen inzwischen die großen Häuser in den USA. Wir alle haben die Botschaft im Gepäck, daß wir diese Schönheit nur erhalten werden, wenn es bei uns Menschen ein Umdenken hin zur Nachhaltigkeit geben wird.

Im Anschluss an die „Jäger des Lichts“ werdet Ihr nicht nur eine neue Festivalreihe in 2019 veranstalten, Du wirst ab dem Herbst zusätzlich drei Jahre für Greenpeace unterwegs sein. Die ersten 80 Termine Deiner neue Live-Reportage „An den Rändern des Horizonts“ stehen bereits fest. Für diese Re-portage warst du 3 Jahre lang auf 4 Kontinenten und in mehr als 20 Ländern unterwegs und hast über zwanzig indigene Gruppen auf vier Kontinenten besucht. Das ist ziemlich bemerkenswert.

Mauthe: Die neue Show ist mit Sicherheit meine bisher größte Herausforderung gewesen. So habe ich mich als Naturfotograf zum ersten Mal wirklich ernsthaft mit dem Thema Mensch auseinandersetzen müssen. Nachdem ich bei „Naturwunder Erde“ die Lebensräume unseres Planeten vorgestellt habe, ist dies nun praktisch die logische Weitererzählung der Geschichte. Wie leben Menschen in den unterschiedlichsten Ökosystemen, und vor Allem, wie gehen sie in der globalisierten Welt mit dem überall stattfindenden Wandel um?

Wenn Du nicht gerade reist und fotografierst, bist Du mittlerweile hauptsächlich im brasilianischen Mata Atlântica-Tropenwald anzutreffen, Deinem neuen Lebensmittelpunkt. Dort pflanzt Du Bäume und baust Kakao an. Von Gladbeck an die Ostküste Brasiliens. Wie kam es dazu?

Mauthe: Ich hatte unheimliches Glück, dass ich die Liebe meines Lebens im von mir so geliebten Tropenwald gefunden habe. Es war natürlich meine Arbeit als Fotograf die mich an diesen schönen Flecken Erde kommen ließ. Zusammen mit meiner Frau bauen wir heute mit nachhaltigen Methoden Kakao an, und zusammen mit Freunden habe ich vor zwei Jahren mit dem AMAP e.V. eine eigene NGO gegründet. Mit AMAP kaufen wir Land, weisen Schutzgebiete aus, pflanzen Tropenwald und initiieren Artenschutzprojekte, die den inzwischen als stark gefährdet eingestuften Goldkopflöwenäffchen eine Zukunft ermöglichen sollen. Hier kann ich all die sinnvollen Dinge vorleben, über die ich auf der Bühne in meinen Vorträgen spreche, wenn es um die Befriedung von Ökonomie und Ökologie geht.

Markus, kaum jemand hat die Natur an so vielen verschiedenen Orten erlebt, wie Du. Nicht nur in ihrer Schönheit, sondern auch mit all den Schattenseiten unserer globalisierten Welt. Hand auf´s Herz. Gibt es noch Hoffnung für den Menschen?

Mauthe: Ganz ehrlich – wir haben, was die Natur betrifft, schon viel verloren, und es wird noch viel mehr verloren gehen. Dafür hat der Mensch schon zu stark in die Kreisläufe eingegriffen, und gerade klimatische Veränderungen zeigen sich ja erst in langfristigen Zeiträumen. Trotzdem lohnt sich jeder Einsatz, denn es geht schlicht darum ob der Planet in einigen Jahren noch eine sichere Lebensgrundlage für viele Milliarden Menschen sein kann. Wir müssen den Umbau in nachhaltige Gesellschaftsformen massiv angehen. Uns rennt die Zeit davon….

Info: Die Tourdaten der „Jäger des Lichts“ finden Sie HIER in unserem Blog. Kleiner Tipp: Dort verlosen wir 3×2 Tickets für jede Veranstaltung, die Verlosung läuft noch bis zum 30. September 2018 um 18:00 Uhr. Alle Infos zur Greenpeace Vortragsreihe „An den Rändern des Horizonts“ finden Sie auf der Webseite unserer Kolleginnen und Kollegen von Greenpeace Deutschland e.V.. Hier ist der Eintritt frei!