Mitte Oktober wurden zum neunten Mal die besten Medienbeiträge zum Thema Ökostrom ausgezeichnet. Der von der Agentur für Erneuerbare Energien ausgelobte Preis „unendlich viel Energie“ wird alljährlich in den Kategorien Print/Online, Hörfunk, Fernsehen und Foto vergeben. Auch Greenpeace Energy war in diesem Jahr mit dabei – als Pate für den Foto-Preis und als mahnender Laudator.

„Dieses Bild steht sprichwörtlich unter Strom“, sagt Marcel Keiffenheim, Leiter des Bereichs Energiepolitik bei Greenpeace Energy. Keiffenheim meint das Foto des Berliner Bildjournalisten Stefan Boness – eine Aufnahme des von Belelectric gebauten Solarkraftwerks Groß-Dölln bei Templin, fotografiert für eine Reportage im Spiegel.

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Gewinnerfoto von Stefan Boness: Eine Kühnheit und Dynamik, die die unfassbar mächtige Energie der Sonne erahnen lässt.

Tatsächlich erzeugt das Foto ein knisterndes visuelles Spannungsfeld: der schräge Horizont und die nach rechts oben aufschießenden Fluchtlinien der Photovoltaik-Module „könnten als Verlaufsgrafik für den Ausbau der erneuerbaren Energien gelesen werden“, so Keiffenheim in seiner Laudatio für Stefan Boness, der für sein Bild in diesem Jahr den Medienpreis „unendlich viel Energie“ in der Kategorie Foto gewann. Greenpeace Energy unterstützt die Preisvergabe in diesem Jahr.

Stefan Boness habe mit diesem Foto etwas geschafft, was bisher selten gelungen ist: eine PV-Anlage spannend zu visualisieren“, war auch die Preisjury überzeugt. Dem konnte sich Marcel Keiffenheim in seiner Rede voll und ganz anschließen: „In der Sturzflug-Vogelperspektive mit blendenden Glanzlichtern zeigt sich eine Kühnheit und Dynamik, die die unfassbar mächtige Energie der Sonne erahnen lässt.“

Doch das Bild von Stefan Boness ist vielschichtiger: „Wo Licht ist, ist auch Schatten“, so Keiffeheim weiter, „ganz rechts im Bild verschwindet plötzlich der Sonnenglanz von den Paneelen, Gegenwart und Zukunft liegen im Dunkeln.“  Und das korrespondiert durchaus mit der Realität der Energiewende. Denn die jüngste EEG-Reform schafft für den Ausbau der Erneuerbaren in vielerlei Hinsicht schwierigere Bedingungen.

Journalistenpreis2014
Laudator Keiffenheim auf der Preisverleihung in Berlin. Foto: Agentur für Erneuerbare Energien

So sollen für neue PV-Freiflächenanlagen wie in Groß-Dölln künftig Ausschreibungsverfahren zur Pflicht werden. Das Design für diese Ausschreibungen will die Bundesregierung  auch für andere Energieerzeugungsarten wie Windräder übernehmen.

Hier aber besteht die Gefahr, dass Energie-Genossenschaften oder lokale Bürger-Projekte keine Chance mehr im direkten Wettbewerb mit großen Anbietern haben, weil diese allein die Risiken und Kosten einer Ausschreibung auf mehrere Projekte gleichzeitig verteilen können.

„Es gibt keinen Zweifel, dass Großkonzerne wie Belelectric auch in den künftig vorgesehenen Ausschreibungsverfahren für solche Freiflächenanlagen zum Zuge kommen wird“, so der Laudator. „Für den Erfolg der Energiewende entscheidend ist aber, dass auch Bürgerenergie-Gesellschaften solche Anlagen errichten können.“ Greenpeace Energy und andere Akteure engagieren sich deshalb für ein Ausschreibungsdesign, in dem nicht nur große Anbieter, sondern auch kleinere oder lokale Player eine Chance haben. Eine Stellungnahme mit einem entsprechenden Vorschlag hat Greenpeace Energy bereits an das zuständige Bundeswirtschaftsministerium geschickt.

Mehr zur Veranstaltung und den weiteren Preisträgern finden Sie auf der Internetseite der Agentur für Erneuerbare Energien.