Auch ein abendfüllendes Live-Konzert lässt sich mit Strom aus regenerativen Quellen bestreiten. Doch nicht Wind- oder Wasserkraft waren bei der ersten Hamburger „Fahrraddisko“ gefordert, sondern die Ausdauer der Konzertbesucher. Die nämlich traten kräftig in die Fahrradpedale – bei diesem ebenso coolen wie nachhaltigen Party-Konzept, das von Greenpeace Energy unterstützt wird. 

Es war wirklich etwas Neues im ohnehin schon bunten Hamburger Nachtleben: Eine Party mit Live-Musik, bei dem das Publikum strampeln muss, damit Licht und Ton nicht abrupt ausgehen. Die „Fahrraddisko“ machte Mitte April 2014 erstmals in der Hansestadt Station. Das Prinzip ist einfach: Insgesamt zehn stabile Fahrräder neben der Bühne sorgen dank ihrer Dynamos für selbst produzierten Strom. Der treibt DJ-Pult und Boxen, Instrumente und Bühne an – jedenfalls, solange das Publikum mitmacht und kräftig genug in die Fahrrad-Pedalen tritt.

Zehn umgebaute Fahrräder lieferten in Hamburg den Strom für die Musikanlage. Foto: Ngoc Minh Tran / Greenpeace Energy
Zehn umgebaute Fahrräder lieferten in Hamburg den Strom für die Musikanlage. Auch Mitarbeiter von Greenpeace Energy traten am Party-Abend kräftig in die Pedale. Foto: Ngoc Minh Tran / Greenpeace Energy

Doch die Stromversorgung war in Hamburg kein Problem: Mehrere hundert Menschen waren in die Party-Location gekommen, einen ehemaligen Lagerschuppen an der Elbe. Und viele der Partygänger hatten sichtlich nicht nur Spaß im Fahrradsattel, sondern auch Ausdauer. Der Strom für die Auftritte von Musiker Vince Adam und der Band „A Bit On The Side“ wurde an diesem Abend komplett per Muskelkraft produziert – streckenweise sogar mehr als nötig: Eine eigens installierte LED-Anzeige zeigte an, wie viel Fahrrad-Strom gerade „im Netz“ war – und warnte mehrfach vor Überlast.

Greenpeace Energy unterstützt die ebenso witzige wie nachhaltige Konzert-Idee von Veranstalter Björn Hansen als Sponsor. „Die Fahrraddisko zeigt spielerisch, wie viel physischer Energieeinsatz nötig ist, um Strom zu produzieren“, sagt Marek Wilken, Leiter Vertrieb und Marketing bei Greenpeace Energy. So muss ein durchschnittlich trainierter Radfahrer fünf bis zehn Stunden lang in die Pedale treten, um eine Kilowattstunde zu produzieren. „Dadurch wird einerseits deutlich, dass Strom ein wertvolles Gut ist“, so Wilken, „und andererseits sehen die Leute, dass man für dessen Produktion nicht zwingend ein Kohlekraftwerk benötigt, das Unmengen an CO2 in die Luft pustet.“

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Christoph Rasch
Arbeitete lange als Journalist und Autor für Tageszeitungen, Magazine und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Seit dem Frühjahr 2014 im Bereich Politik und Kommunikation bei Greenpeace Energy tätig.