Mit der bevorstehenden EEG-Reform im kommenden Jahr sollen fixe Vergütungen für neue Ökostrom-Anlagen einem stärkeren Wettbewerb weichen: Die Förderung für die Projekte soll per Ausschreibung vergeben werden. Doch die Befürchtung ist groß, dass kleine Bürger-Projekte und Genossenschaften dann gegenüber großen Projektierern ins Hintertreffen geraten könnten. Das Bündnis Bürgerenergie fordert deshalb jetzt in einem Appell die Bundesregierung zu notwendigen Korrekturen beim Gesetzentwurf auf. Auch Greenpeace Energy gehört zu den Unterzeichnern.

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Rene Mono vom Bündnis Bürgerenergie. Fotos (3): Christoph Rasch / Greenpeace Energy eG

„Frau Dr. Merkel, Herr Gabriel: Erhalten Sie das Recht zur gesellschaftlichen Teilnahme an der Energiewende, verhindern Sie Ausschreibungen für Bürgerenergie“ ist der Aufruf des Bündnis Bürgerenergie (BBEn) überschrieben. Die Zeit drängt. Denn mit der Novelle des EEG, die schon Mitte 2016 vom Bundestag beschlossen werden soll, wird das Recht, Erneuerbare Energie-Anlagen zu betreiben, weitgehend in Ausschreibungen vergeben. „Das gefährdet die Weiterentwicklung der Bürgerenergie“, sagt der geschäftsführende BBEn-Vorstand Rene Mono, „die Axt an den Baum der Bürgerenergie ist schon angelegt – aber die politischen Entscheidungen sind noch nicht endgültig gefällt.“

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Der Appell setzt sich für die Zukunftsfähigkeit von Bürgerenergie-Projekten ein.

Das Bündnis bittet deshalb nun alle Interessierten, mit ihrer Stimme dazu beizutragen, die Zukunftsperspektiven von Bürgerenergie zu erhalten. Hier gelangen Sie direkt zum Appell. Für Greenpeace Energy hat Vorstand Sönke Tangermann bereits unterzeichnet. Und schon wenige Tage nach dem Start des Appells haben  mehr als 1.000 Akteure die Forderung des BBEn ebenfalls unterstützt. Das Bündnis will den Appell vor dem Kabinettsentwurf zur Novellierung des EEG an die Bundeskanzlerin und den Bundeswirtschaftsminister übergeben. „Eindruck werden wir nur machen, wenn wir zeigen, wie viele Menschen hinter der Bürgerenergie stehen“, so Rene Mono.

INFO Ausschreibungen bevorzugen große Unternehmen. Denn diese können die Kosten von Projekten, die keine Förderberechtigung erhalten, auf andere Projekte umlegen. Und sie erhalten erhebliche Rabatte durch Großaufträge. Die Projekte der Bürger holen Wertschöpfung zurück in die Regionen. Sie helfen den Kommunen, ihre Selbständigkeit wieder zu erlangen. Dieser dezentrale Ansatz der Bürgerenergie mit seiner Stärkung regionaler Wirtschaftsstrukturen und der Mitwirkung vor Ort droht zu verschwinden. Die Nutzeffekte von Bürgerenergie wurden in einer von Greenpeace Energy mitfinanzierten Studie dokumentiert.