energia rinnovabile e denaro
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Ausschreibungen sind ein zentrales Element in der aktuellen EEG-Reform: ab 2017 muss der Neubau von neuen Windkraft- oder Solar-Anlagen öffentlich ausgeschrieben werden, die Höhe der Einspeise-Tarife für diese Anlagen soll dann vom Markt geregelt werden. Energieminister Gabriel erhofft sich von der neuen Pflicht eine Kostenersparnis fürs EEG. Eine wissenschaftliche Studie allerdings zeigt: Ausschreibungen machen die Energiewende nicht günstiger – sondern können sie sogar deutlich verteuern.

Das Ziel, dass Ausschreibungen und mehr Wettbewerb theoretisch Kosten einsparen können werde „konterkariert“ – durch deutlich höhere Transaktions- und Finanzierungskosten. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für ZukunftsEnergieSysteme (izes). Dessen wissenschaftlicher Leiter Uwe Leprich sagt: „Ausschreibungen verursachen sowohl für die staatliche Verwaltung als auch für die teilnehmenden Unternehmen erheblichen Mehraufwand und höhere Kosten.“ Die vom Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) beauftragte und von Greenpeace Energy mitfinanzierte Studie analysiert auch die Erfahrungswerte aus anderen Ländern, die bereits auf Ausschreibungsmodelle setzen: In den Niederlanden und Brasilien etwa fand der erhoffte Neubau vieler Anlagen oft nicht statt, weil die Angebote beteiligter Unternehmen zu niedrig ausfielen. In Frankreich hingegen werden für einige Solaranlagen sogar Einspeise-Vergütungen gezahlt, die deutlich über den deutschen EEG-Tarifen liegen.

„Die Studie bestätigt unsere Befürchtungen, dass eine Ausschreibungspflicht mehr Nachteile als Vorteile haben kann“, sagt Marcel Keiffenheim, Leiter Energiepolitik bei Greenpeace Energy. Denn für kleinere Anbieter, Genossenschaften oder Bürgerinitiativen sind Ausschreibungen mit hohen Kosten und Planungsrisiken verbunden. Sie müssen mit großen Konzernen um den Zuschlag für neue Anlagen konkurrieren – oder sind personell und finanziell oft gar nicht in der Lage, den Aufwand eines komplizierten Ausschreibungsverfahrens zu stemmen. Keiffenheim warnt: statt Akteuren aus der Bürgerenergie würden also am Ende oft große Anbieter zum Zuge kommen, bei denen vor allem Profitinteressen im Vordergrund stehen. „Der Verlust der Akteursvielfalt kann aber für das Gelingen der Energiewende besonders nachteilig werden“, so das Fazit der izes-Studie.

Die vollständige Studie „Bewertung von Ausschreibungsverfahren als Finanzierungsmodell für Anlagen erneuerbarer Energienutzung“ des Instituts für ZukunftsEnergieSysteme kann hier heruntergeladen werden.