Komplizierte Genehmigungsverfahren und mehr finanzielle Risiken – mit diesen Inhalten bedroht das EEG 2017 besonders die Existenz von kleinen Bürgerenergieprojekten. Gemeinsam mit seiner Kraftwerkstochter Planet Energy hat Greenpeace Energy deshalb jetzt ein neues Beratungs-, Dienstleistungs- und Finanzierungsangebot zusammengestellt. Das Ziel: Eine Teilhabe an der Energiewende auch für kleine Akteure. 

Keine garantierten Vergütungssätze mehr für Ökostromanlagen –  das ist die Kernaussage der zum 1. Januar 2017 in Kraft tretenden EEG-Reform der Bundesregierung. Stattdessen müssen sich potentielle Betreiber zukünftig um die Förderung bewerben, wobei den Zuschlag das günstigste Angebot bekommt. Dies lässt nicht nur das Erreichen des in Paris vereinbarten Klimaziels in weitere Ferne rücken. Auch kleine Bürgerenergie-Akteure, die die Kosten und Risiken von Ausschreibungsteilnahmen nicht tragen können, werden so vom Markt gedrückt –  und das, obwohl gerade sie sich seit Jahren unermüdlich  für eine erfolgreiche Energiewende stark machen. „Die Bundesregierung hat sich entschlossen, gerade die Akteure auszubremsen, die sich am stärksten für den Umbau unserer Energieversorgung engagieren“, so Sönke Tangermann, Vorstand des Ökostromanbieters Greenpeace Energy.

Aufbau  Windpark Frickenhofer Höhe, Baden-Württemberg. Linda Lochmann, Projektingenieurin Planet Energy, 12.03.2016.  photo/© Sabine Vielmo.
Als Partner der Bürgerenergie bringt Greenpeace Energy Kompetenz und Know-How beim Kraftwerksbau mit. Foto: Sabine Vielmo. Foto oben: Christoph Rasch

Um genau dieser Entwicklung entgegenzuwirken, bietet Planet energy – die Kraftwerkstochter von Greenpeace-Energy – nun spezielle Kooperationsangebote nur für bürgernahe Energieprojekte. Hierbei wird zum Beispiel die fünfstellige Summe, die für jede Anlage bei Ausschreibungsteilname gezahlt werden muss, vorgelegt und Kapital zur Umsetzung von Projekten zur Verfügung gestellt. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich sowohl beim Bau als auch im Umgang mit den komplizierten Zulassungsverfahren des EEGs unter die Arme greifen zu lassen. „Wir betrachten das neue EEG natürlich kritisch, weil es den Ausbau der erneuerbaren Energien verlangsamt und große Unternehmen bevorzugt, sehen aber dennoch Chancen für die Bürgerenergie“, so Tangermann. „Mit unserem Angebot wollen wir kleinen Akteuren helfen, diese zu nutzen.“

Und auch Bürgerenergie-Akteure ohne eigene  Projekte – weil diese beispielsweise am EEG 2017 zu scheitern drohen – sind von diesen Chancen nicht ausgeschlossen. So können sie sich mit ihrem Kapital an bereits genehmigten Windparks beteiligen und diese zusammen mit Planet energy betreiben. Für Sönke Tangermann steht fest, dass Greenpeace Energy und dessen Tochtergesellschaft die Bürgerenergie jetzt mehr denn je unterstützen müssen: „Wir haben in den letzten 15 Jahren sehr viel Erfahrung beim Bau und beim Betrieb von Erneuerbaren-Anlagen sammeln können“, resümiert er. „Diese Expertise wollen wir nun weitergeben, damit die Energiewende ein Bürgerprojekt bleibt.“

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