GMM_Logo_c_CarstenRaffelWas müsste sich bei der Vermarktung von Ökostrom ändern, um beim Verbraucher das Vertrauen in die Energiewende zu stärken? Was ist den Stromkunden besonders wichtig und wie groß ist die Identifikation mit dem Umbau unseres Energiesystems insgesamt? Greenpeace Energy hat das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid im März damit beauftragt, diese Fragen näher zu untersuchen. 

Die repräsentative Erhebung mit 1.000 befragten Personen zeigt, dass Verbraucher einen direkten Bezug von Ökostrom von den Anbietern wünschen, ohne Umwege über die Strombörse, an der dieser mit Strom aus fossilen Energieträgern vermischt wird. Die Frage nach einer persönlichen Identifikation mit den Zielen der Energiewende, wurde von 32 Prozent der Personen mit „stark“ beziehungsweise mit „sehr stark“ beantwortet. Wenig oder gar nicht mit der Energiewende identifizieren können sich andererseits 22 Prozent der Befragten. Der Anteil derjenigen, die sich gar nicht mit den Zielen identifizieren können ist mit 19 Prozent in den ostdeutschen Bundesländern dabei etwa doppelt so hoch.

Eindeutige Zustimmung erhält mit durchschnittlich 80 Prozent aller Befragten hingegen die Aussage, dass das Vertrauen in die Energiewende gestärkt würde, wenn kleinere Stromanbieter durch ein entsprechendes Ökostrom-Vermarktungssystem stärker unterstützt und „dezentrale“ Stromnetze ermöglicht würden. In der Altersgruppe zwischen 30 und 49 Jahren wird diese Aussage sogar mit 90 Prozent bejaht.

Verbraucher wollen transparent beliefert werden

Da Verbraucher im von Greenpeace Energy mit vorangetriebenen Grünstrom-Markt-Modell direkt aus konkreten Anlagen mit Ökostrom versorgt werden können, würde hier dem Wunsch vieler Kunden Rechnung getragen, mit dem eigenen Stromtarif Erneuerbare-Energien-Anlagen in ihrer Region voranzutreiben. Dass sich durch die Unterstützung regionaler Projekte das Vertrauen in die Energiewende stärken lässt, belegt die positive Beantwortung der entsprechenden Frage in der zugrundeliegenden Studie mit 60 Prozent. In einer weiteren Frage bestätigen sogar 68 Prozent, dass durch die Transparenz bezüglich der Stromherkunft und die freie Wahl der stromerzeugenden Anlagen – wie im GMM der Fall – Vertrauen erzeugt wird. Unter den 30 bis 49 Jahre alten Teilnehmern der Umfrage sind es sogar 78 Prozent.

75 Prozent der Befragten in der repräsentativen Stichprobe von TNS Emnid geben an: eine möglichst genaue Anpassung der Stromerzeugung an die tatsächliche Nachfrage der Stromkunden und die Vermeidung von ungenutzten Überschüssen würde ihre Identifikation mit den Zielen der Energiewende stärken. Auch diesen Punkt ermöglicht das Grünstrom-Markt-Modell. Im GMM nämlich werden Versorger vor die Herausforderung gestellt, natürliche Schwankungen bei Wind- und Sonnenenergie auszugleichen und die Stromproduktion mit der Nachfrage der Kunden besser in Einklang zu bringen. Denn zur Abstimmung und Vermeidung von Überproduktion setzt das Modell finanzielle Anreize. Kaufen Stromversorger nämlich mehr Wind- und Sonnenenergie ein als die eigenen Kunden zu diesem Zeitpunkt verbrauchen, so wird beim Weiterkauf der Überschüsse eine Art „Strafzahlung“ in Höhe von 2 Cent je kWh fällig.

Unter dem Anteil der Befragten, die sich wenig bis gar nicht mit den Zielen der Energiewende in Verbindung sehen, bestätigen 66 Prozent eine positive Wirkung auf ihr Vertrauen in die Energiewende, wenn dezentrale Stromnetze ermöglicht werden. Bei 70 Prozent würde die Akzeptanz durch eine effektivere Abstimmung von Angebot und Nachfrage beziehungsweise durch die Vermeidung von ungenutzter Leistung gestärkt – und bei 59 Prozent durch eine transparente Stromherkunft. Die Studie belegt, dass gerade das Vertrauen derjenigen Verbraucher in eine erfolgreiche Energiewende gestärkt werden kann, die sich bislang noch nicht so stark mit diesem Ziel identifizieren können.

Mitarbeit: Falk Künstler