Die umstrittene Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes war erst zwei Tage vorher vom Bundeskabinett beschlossen worden, da war das Thema bereits auf der Agenda des Deutschen Bundestages. Die Fraktion von Bündnis90/Die Grünen hatte zum Fachgespräch geladen. Mehr als 30 Vertreter von Verbänden, Unternehmen sowie aus Wissenschaft und Politik waren in den Sitzungssaal des Paul-Löbe-Hauses gekommen, um über die Knackpunkte der Reform zu diskutieren. 

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Die Grünen Parlamentarier Oliver Krischer und Julia Verlinden mit Marcel Keiffenheim von Greenpeace Energy beim Fachgespräch im Bundestag (v.l.n.r.). Foto: Christoph Rasch / Greenpeace Energy eG

Marcel Keiffenheim, Leiter Politik und Kommunikation bei Greenpeace Energy und Aufsichtsrat beim Bündnis Bürgerenergie sagte in seinem Vortrag: „Man kann noch einige Korrekturen im EEG ermöglichen, die die Probleme gerade für kleine Akteure lindern.“ Als Beispiel nannte er eine Befreiung der Bürgerenergieprojekte von so genannten „Ponälen“. Diese Strafzahlungen fallen laut EEG-Entwurf dann an, wenn ein in einer Ausschreibung bezuschlagtes Ökostrom-Projekt am Ende doch nicht gebaut wird. „Diese Ponäle“, so Keiffenheim, „sollte für kleine Akteure am besten auf Null gesenkt werden.“ Zudem forderte Keiffenheim, das Ausschreibungssystem zu befristen. 2018 soll ein Erfahrungsbericht über das neue Verfahren vorgelegt werden. „Wenn der Bericht zeigt, dass die Bürgerenergie durch Ausschreibungen unter die Räder kommt, muss das Parlament entscheiden können, dass dieses System wieder rückgängig gemacht werden kann“, forderte Keiffenheim.