Mit einer bundesweiten Warnminute haben heute Mittag mehrere hundert Unternehmen, Verbände und Organisationen in ganz Deutschland gegen drohende Einschnitte bei der Energiewende protestiert. Die gemeinsame Protestaktion unter dem Motto „5 vor 12“ richtet sich gegen Verschärfungen in der bevorstehenden EEG-Reform, mit denen der Ausbau der Erneuerbaren gedrosselt und kleine Bürgerenergie-Akteure benachteiligt werden. Greenpeace Energy und die Kraftwerkstochter Planet energy beteiligten sich am Hamburger Firmensitz an der Aktion.

Rund 40 Mitarbeiter der Energiegenossenschaft setzten auf dem Dach der Unternehmenszentrale ein weithin sichtbares Zeichen für den Ausbau der erneuerbaren Energien. „Energiewende nicht kaputtregieren“ stand auf dem Banner, hinter dem sich die Belegschaft des Ökoenergieanbieters und seiner Kraftwerkstochter versammelte. Kritisch sieht die Energiegenossenschaft das mit der EEG-Reform 2016 geplante Ausschreibungssystem für Ökostrom-Vergütung, weil dieses kleine Anbieter benachteiligt. Sönke Tangermann, Vorstand bei Greenpeace Energy: „Energiewende-Akteure kämpfen nicht nur mit immer unsicherer werdenden Investitionsbedingungen, sondern mittlerweile vor allem darum, den ursprünglichen Charakter der Energiewende zu wahren: Nämlich als ein Gemeinschaftswerk, das von Bürgerinnen und Bürgern getragen und nicht in erster Linie von Großprojekten und Gewinnmaximierung bestimmt wird.“

Zu der bundesweit stattfindenden Protestaktion, an der sich mehr als 200 Unternehmen und Organisationen mit mehr als 30.000 Beschäftigten beteiligten, hatte das Bündnis „Energiewende retten!“ aufgerufen. Der aktuelle Entwurf zur Überarbeitung des EEG gefährdet laut Branchenverbänden allein im Windbereich 150.000 Jobs und weist mit Blick auf das Pariser Klimaschutzabkommen in die völlig falsche Richtung. Deutschland müsste gemäß seinen internationalen Verpflichtungen beim Ausbau der Erneuerbaren sogar das Tempo erhöhen, statt wie aktuell geplant auf die Bremse zu treten. Die Branche fordert daher ein klares Bekenntnis zur Energiewende und zum weiteren Ausbau der Erneuerbaren.

INFO Zur Kampagne „Energiewende retten!“ gelangen Sie hier. Weitere Fotos von weiteren Aktionen zur Warnminute finden Sie hier.