#bemybikefriend – unter diesem Stichwort möchten wir unserem Lieblingsfortbewegungsmittel – dem Fahrrad – an dieser Stelle zukünftig den Raum geben, den es im Straßenverkehr oftmals nicht bekommt. Und mit ihm unseren Kolleginnen und Kollegen, die sich täglich auf den Sattel schwingen. Erfahren Sie in unserer neuen Artikelreihe mehr aus dem Radleralltag unser Kolleginnen und Kollegen.

Es dürfte keine allzu große Überraschung sein, dass viele unserer Kolleginnen und Kollegen täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen. In einer Stadt wie Hamburg bietet sich das an – mal vom berühmt-berüchtigten Schietwetter und der Tatsache abgesehen, dass die Hamburger Verkehrspolitik das Fahrrad Jahrzehnte lang mehr oder minder ignorierte. Die Wege sind in der Regel kurz und Parkplätze meistens Mangelware.

Unser IT Experte Lars Nikukar Foto: Privat

Doch viele unserer Kolleginnen und Kollegen fahren nicht nur aus rein praktischen Gründen mit dem Rad, sondern sind echte Überzeugungstäter. Einer von Ihnen ist unser Kollege Lars Nikukar. Wenn er nicht gerade in unserer IT Abteilung arbeitet, stehen die Chancen gut, ihm und seinen stylischen Thickslick Reifen in unserer schönen Hansestadt zu begegnen.

Greenpeace Energy: Lars, was ist Deine Aufgabe bei Greenpeace Energy?

Lars Nikukar: Bei Greenpeace Energy übe ich in der IT verschieden Rollen aus. Zum einen bin ich für Analysen, Datenvalidierungen, Schnittstellen und Betreuung des Abrechnungssystems verantwortlich. Zum anderen bin ich als Scrum Master für die Moderation der Planungs-Meetings und Koordination der Aufgabenpakete mitverantwortlich.

GPE: In Deiner Freizeit bist Du unter anderem bei der Critical Mass in Hamburg aktiv. Was steckt hinter dieser Bewegung?

Lars: Im Grunde ist die Critical Mass eine große Fahrraddemo. Weltweit gibt es Critical Mass-Events, bei denen sich zum Teil mehrere Tausend Teilnehmer auf die Strecke begeben. Sie sind gut organisiert, wenn auch nicht hierarchisch und radeln stundenlang durch die Innenstädte. Sie lenken die Aufmerksamkeit auf den Radverkehr und fordern mehr Rechte für Fahrradfahrer des Weiteren eine bessere Infrastruktur. Meist am letzten Freitag des Monats starten die Touren.

GPE: Erklär uns kurz, wie so eine Radtour abläuft. Kann sich dort jede und jeder einfach anschließen, wer Lust hat mitzufahren?

Lars: Da es keine Veranstalter oder Leiter gibt, können auch keine Vereinbarungen mit der Polizei getroffen werden; daher kann jeder ohne Genehmigung an der Critical Mass und somit ganz legal am Straßenverkehr teilnehmen.

GPE: Deutschland ist ein Autoland. Der eigene PKW ist dem Deutschen heilig. Wie stehst Du persönlich dem Auto gegenüber?

Lars: Ich bevorzuge das Fahrrad und die öffentlichen Verkehrsmittel. Weniger Autos, vor allem in der Innenstadt, macht sie leiser, sauberer und klimafreundlicher. Fuß und Radverkehr führen auch zu weniger Verkehrsunfällen.

GPE: Nicht nur in Boulevardmedien ist häufig die Rede von Fahrrad-Rambos und vom „Krieg auf den Straßen“. Wie ist Dein Eindruck, sind die Zustände wirklich so schlimm?

Lars: Grundsätzlich sind Fahrradfahrer und Fußgänger die schwächeren Verkehrsteilnehmer und sollten unter einem besonderen Schutz stehen. Die Statistik zeigt: An Unfällen zwischen Auto- und Radfahrern ist meist der Autofahrer Schuld. Es ist nicht der Radfahrer, der den Autofahrer böse verletzt. Häufig zugeparkte Radwege und daneben laufende Fußgänger veranlassen Radfahrer auf die Straße auszuweichen, das führt zu Konflikten zwischen den Verkehrsteilnehmern.

Verkehrswende für Deutschland – Der Weg zu CO2-freier Mobilität bis 2035

GPE: Nehmen wir an, Du wärst Verkehrsminister. Nenne uns drei Maßnahmen, die Du direkt durchführen würdest?

Lars: Um proaktiv neue Radfahrer zu gewinnen, würde ich folgende Maßnahmen priorisieren:

  • Bestimmte Straßen sind zu Einbahnstraßen für den motorisierten Verkehr umzubauen, um mehr Platz für den Radverkehr zu schaffen.
  • Mehr Fläche für das Fahrradparken, inklusive des Lastenfahrradparkens. Umrüsten auf moderne Parkbügel, um das Rad sicher und bequem abzustellen.
  • Trennung der Radwege vom übrigen Verkehr. Radwege rechts von parkenden Autos anlegen oder bebaute Schutzstreifen installieren.

GPE: Vielen Dank für Deine Zeit!

INFO: Mehr Informationen zur Critical Mass Bewegung finden Sie HIER. Warum wir eine Verkehrswende brauchen und welche Rolle dabei dem Fahrrad zukommt, erfahren Sie im Rahmen der Kampagne Verkehrswende für Deutschland unserer Kolleginnen und Kollegen von Greenpeace Deutschland e.V..