Es ist die verdiente Anerkennung für ein Netzwerk von Solar-Rebellen, die sich gegen alle Widerstände von Netzbetreibern und Normgremien hartnäckig für Balkonkraftwerke und die Energiewende in den Städten stark machen. Für ihr Engagement hat die Arbeitsgruppe „PVplug“ der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) – in der auch Greenpeace Energy aktiv ist – heute auf der Fachmesse INTERSOLAR in München den mit 10.000 Euro dotierten Georg-Salvamoser-Preis erhalten.

Über Jahre kämpfte sich die Gruppe in die Gremien vor, die über Normen für Mini-PV-Anlagen oder Stecker-Solar-Geräte entscheiden. Mit zählbaren Erfolgen – wie etwa der Neuformulierung der DIN VDE 0100-551, die seit Ende Oktober 2017 offiziell den Anschluss von „Mini-Modulen“ an Steckdosenstromkreise zulässt.

„Wir haben bereits einiges für den Durchbruch solcher Balkonmodule erreicht“, sagte PVplug-Mitinitiator Marcus Vietzke bei der Preisverleihung. „Schon jetzt kann jeder mitmachen und den eigenen Solarstrom ernten. Ganz am Ziel sind wir, wenn jeder Laie solche Mini-PV-Anlagen ganz offiziell nutzen und bis zu einer Grenze von 600 Watt Leistung ohne weitere Einschränkungen einfach in eine herkömmliche Schuko-Steckdose stecken kann. Und dieses Ziel werden wir erreichen.“ Tatsächlich ist die Technik von Modulen, die den DGS-Sicherheitsstandard erfüllen, inzwischen so narrensicher, dass deren Nutzung keine Gefahren mehr für Verbraucher birgt. Entsprechend müssen die letzten noch in Arbeit befindlichen Normen diesen aktuellen technischen Stand künftig widerspiegeln. Auch viele Netzbetreiber, die interessierte Nutzer mit längst widerlegten Argumenten verunsichern, müssen endlich ihre Blockade beenden.

Preisgekrönte Solar-Rebellen: Das Aktivisten-Netzwerk PVplug, die Preis-Stifterinnen Carolin und Maria Salvamoser (li. u. re. der Urkunde) und die Energieökonomin Claudia Kemfert (5. v. li.) –      Im Foto oben (v. li.): Wolfgang Müller (SIZ), Moderator Franz Alt, Simon Niederkircher (base.energy) und Marcus Vietzke (Indielux / DGS) Fotos: Patricia Lucas / Georg Salvamoser Preis

Bei ihrer Arbeit setzen die Solar-Rebellen auf fundierte Argumente wie zum Beispiel eine eigens erstellte Sicherheitsstudie, die in den Normungsgremien zu einer Neubewertung des Gefährdungspotentials von Mini-PV-Anlagen führte. „Die Gruppe PVplug hat die trockene Thematik der DIN-Normung mit viel Engagement in die Öffentlichkeit gebracht und auf die politischen Implikationen hingewiesen, um nicht mehr zeitgemäße Bestimmungen zu hinterfragen und erfolgreich zu ändern“, lobte die Jury bei der vom Journalisten Franz Alt moderierten Verleihung des Preises. Gewürdigt wurde der Einsatz auch von der Energieökonomin Claudia Kemfert, die über wirtschaftlichen Argumente für eine Energiewende und die sich daraus ergebenden Chancen sprach.

Der Georg-Salvamoser-Preis ist einer der höchstdotierten Umweltpreise Deutschlands und wird gemeinsam von der Stadt Freiburg und der Georg-Salvamoser-Stiftung für Menschen und Projekte ausgelobt, die sich in besonderer Weise für eine 100 % erneuerbare Energieversorgung engagieren.