Ein Datum für den Kohleausstieg? Im Koalitionsvertrag zur möglichen Neuauflage der GroKo steht keines. Dabei ist klar: Wenn die Bundesrepublik ihre Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen erfüllen und ihren Teil dazu beitragen will, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, muss Deutschland die Förderung und Verstromung von Braun- und Steinkohle bis spätestens 2030 beendet haben.

Wovor die künftige Bundesregierung sich drückt, nehmen Bürgerinnen und Bürger selbst in die Hand: Sie starten politische Initiativen, um in ihren Städten oder Bundesländern einen solchen Kohleausstieg durchzusetzen. Deshalb will die Hamburger Volksinitiative „Tschüss Kohle“ jetzt bis zum 29. März 2018 im ersten Schritt mindestens 10.000 gültigen Unterschriften im Stadtstaat sammeln, um dort im zweiten Schritt ein Volksbegehren durchsetzen zu können. Das Ziel eines Kohleausstiegs bis 2030 teilen auch wir von Greenpeace Energy – in Hamburg und bundesweit.

www.tschuess-kohle.de – die Website der Hamburger Volksinitiative „Tschüss Kohle“

In Hamburg trägt die Verbrennung von Kohle noch massiv zum CO2-Ausstoß bei. Derzeit werden dort 60 Prozent der Fernwärme und 85 Prozent des in Hamburg produzierten Stroms in den Steinkohlekraftwerken Wedel, Tiefstack und Moorburg erzeugt. Damit muss Schluss sein – bis 2025 mit Fernwärme aus den Kohlekraftwerken, bis 2030 auch mit der Stromproduktion. Denn erst wenn der Kohleausstieg verbindlich festgelegt ist, wird alles Notwendige für 100 Prozent erneuerbare Energien auf den Weg gebracht, so die UnterstützerInnen der Volksinitiative „Tschüss Kohle“. Druck scheint nötig zu sein: Vattenfall als Betreiber des Kohlekraftwerks Moorburg hat erst im Dezember 2017 bekannt gegeben, es wolle sein Kraftwerk ans Fernwärmenetz anschließen – was den Kohleausstieg um weitere Jahrzehnte verzögern könnte. Oder durch Entschädigungszahlungen später womöglich unnötig verteuern. Wer sich am Unterschriftensammeln beteiligen will, kann noch bis zum 29. März hier die passenden Unterschriftenlisten herunterladen und gleich loslegen.

Solarstrom plus – der Greenpeace-Energy-Tarif für einen sozialverträglichen Braunkohleausstieg

Greenpeace Energy unterstützt den Kohleausstieg auch auf anderen Wegen: So bieten wir Kundinnen und Kunden bundesweit die Möglichkeit, ihren privaten Braunkohle-Ausstieg gezielt voranzutreiben: Mit unserem Stromtarif Solarstrom plus haben Menschen in ganz Deutschland die Möglichkeit, sich direkt für das Ende der Braunkohle und zugleich für zukunftsfähige Jobs in der Lausitz, dem Rheinischen und dem Mitteldeutschen Revier zu engagieren. Denn dort finanzieren sie durch einen im Strompreis enthaltenen Förderbetrag den Bau neuer Photovoltaikanlagen. Eine erste PV-Anlage aus Mitteln des Fördertopfs haben wir im brandenburgischen Proschim bereits gebaut.

Dass dieses Prinzip auch im großen Maßstab funktioniert und mindestens ebenso viele Arbeitsplätze durch Erneuerbare Energien entstehen können, wie die Braunkohle in Nordrhein-Westfalen und in Brandenburg bieten kann, belegt eine Studie des Berliner Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW).

Erneuerbare Energien können ebenso viele Arbeitsplätze schaffen wie die Braunkohle im Rheinischen Revier und in der Lausitz

Für welchen Beitrag zum Kohleausstieg Sie sich auch entscheiden: Wir freuen uns über Ihr Engagement!

INFO Solarstrom plus ist ein neuer Ökostromtarif von Greenpeace Energy, der seit Mai 2017 verfügbar ist. Im Strompreis von 28,30 Cent/kWh ist 1 Cent pro Kilowattstunde als Förderbetrag enthalten, z.B. für den Bau neuer Photovoltaikanlagen direkt in den Tagebaurevieren. Im Gegenzug beziehen die Kunden Strom aus konkreten PV-Anlagen in diesen Revieren, den Greenpeace Energy im Zuge der sonstigen Direktvermarktung direkt von den Anlagenbetreibern bezieht und ihnen dafür die jeweilige EEG-Vergütung plus einen Aufschlag bezahlt. Der Solarstromanteil im neuen Tarif ist auf 10 Prozent begrenzt. Die anderen 90 Prozent entsprechen dem hochwertigen Greenpeace-Energy-Strommix aus Wind- und Wasserkraft.