Der Fortschritt verbirgt sich in einer unauffälligen Halle am Hafen von Haßfurt. Die innovative unterfränkische 14.000-Einwohner-Stadt am Main und Greenpeace Energy starten hier die nächste Stufe der Windgas-Evolution: Mit einem neuartigen PEM-Elektrolyseur wird in diesem Flachbau überschüssiger Strom aus einem nahen Bürgerwindpark und anderen Wind- und Solarkraftwerken im nahen Umkreis in erneuerbares Gas umgewandelt.

Seit Mitte Mai liegen alle Genehmigungen vor. Vom Sommer an speist die containergroße Anlage im Jahr rund 1.000.000 Kilowattstunden Wasserstoff für Greenpeace Energy ins Gasnetz ein, wo er über lange Zeiträume gespeichert und im Prinzip für eine spätere Verstromung ebenso wie zum Heizen und Kochen genutzt werden kann. Damit erfüllt die Energie-Genossenschaft die Zusage an ihre gut 12.000 proWindgas-Kundinnen und -Kunden, den Wasserstoff-Anteil in ihrem besonders ökologischen Gasprodukt kontinuierlich zu steigern.

Windgas-Logo„Windgas ist für eine erfolgreiche Energiewende mit 100 Prozent Strom aus Wind, Sonne und anderen Erneuerbaren in Zukunft unverzichtbar“, sagt Greenpeace-Energy-Vorstand Nils Müller, „wir müssen schon jetzt die nötige Technik dafür weiterentwickeln und noch effizienter machen. Deshalb erproben wir mit den Städtischen Betrieben Haßfurt, wie sich dieser Baustein für ein klimafreundliches Energiesystem sicher, sinnvoll und kostengünstig in die bestehenden Strom- und Gasnetze integrieren lässt.“

Der neue 1,25-MW-Elektrolyseur ist ein Gerät der neuesten Generation: Durch die PEM-Elektrolyse (PEM = polymer electrolyte membrane) wird Wasserstoff künftig günstiger erzeugt werden können als heute. Die reaktionsschnellen Anlagen bieten aber noch weiterePD_Silyzer_LW_02_ISO2n Nutzen für die Energiewende: Zum einen wandeln sie überschüssigen erneuerbaren Strom in Wasserstoff um, wenn die Wind- oder Solarenergieanlagen sonst abgeschaltet werden, weil das Netz deren Stromproduktion gerade nicht aufnehmen kann. Zudem können sie „Regelenergie“ bereitstellen und so das Stromnetz stabilisieren: Dann schalten die Netzbetreiber sie binnen Millisekunden zu oder ab, um eine Netzüberlastung zu vermeiden – und damit einen Blackout. So können Elektrolyseure über die Wasserstoffproduktion hinaus zusätzliche Einnahmen erwirtschaften.

„So schlicht der Bau hier wirken mag“, sagt Norbert Zösch, Geschäftsführer der Städtischen Betriebe Haßfurt, „dies ist ein Leuchtturm-Projekt. Es zeigt, was auch kleine Städte wie unsere für die Energiewende leisten können.“ Zum Betrieb des neuen Elektrolyseurs haben der innovationsfreudige Kommunalversorger und Greenpeace Energy eigens die „Windgas Haßfurt GmbH & Co KG“ gegründet. Schon beim Bürgerwindpark Sailershäuser Wald hatten die Partner gemeinsame Sache gemacht. Dort erzeugen seit letztem Jahr zehn Anlagen der 2,4-MW-Klasse saubere Energie für gut 18.000 Haushalte. Auch aus den Stromüberschüssen dieses Windparks wird der erneuerbare Wasserstoff künftig erzeugt. „Es ist ein anspruchsvolles Gesamtkonzept, das sehr gut anläuft“, sagt Zösch, „allein schon, weil der Windpark mehr Strom erzeugt als prognostiziert war.“

Doch der Blick geht bereits weiter nach vorn: „Wenn Elektrolyseure wie unserer und andere Modelle schon bald in größeren Stückzahlen gebaut werden, sinken die Preise für erneuerbaren Wasserstoff. Dann steigen zusätzliche Akteure bei Windgas ein, was frische Dynamik schafft“, sagt Nils Müller. „Aber auch wir von Greenpeace Energy werden neue Projekte in Angriff nehmen.“

PD_Silyzer_Einklinker_09_sRGBWeitere Infos zur Bedeutung von Windgas für den Erfolg der Energiewend finden Sie unter www.greenpeace-energy.de/service/download-center/windgas

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